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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wo fühlen Sie sich beheimatet? In Ihrem Ort, in Ihrer
Familie? In einem Freizeitklub oder in einer Partei? »Wem
gehörst du an?«, fragt man in Oberösterreich ein Kind. Und
meint im übertragenen Sinne auch: Wo fühlst du dich
angenommen, geborgen, fraglos akzeptiert? Wir leben in
Zeitender Globalisierung, der offenen Räume und der freien
Wahl. Viele Menschen wandern beruflich oder privat zwischen
den Ländern und Kulturen. Was Heimat bedeutet, verändert
sich dadurch grundlegend.
Mich persönlich faszinieren junge Menschen, die
selbstverständlich ein paar Monate, manchmal auch länger, in
anderen Ländern leben, arbeiten oder reisen. Das war meiner
Generation noch nicht vergönnt. Ich setze in diese
GlobetrotterInnen große Hoffnungen. Sie erleben in einer
Lebensphase, die das Weltbild besonders prägt, dass Menschen
überall auf der Welt sich sehr ähnlich sind, auch wenn sie
kulturell anders geprägt wurden. Sie erfahren, dass einfache
Schablonen dem Einzelnen nie gerecht werden. Und sie
schließen Freundschaften, die Vorurteile durch Zuneigung
überwinden.
Wir gehen auf wirtschaftlich schwierige Zeiten zu. Der
globale Wettbewerb wird härter, der Kampf um Ressourcen
schärfer. Die Gefahr, dass wir die Schuld für die daraus
entstehenden Probleme bei den anderen, den Fremden, den
Unbekannten, suchen, ist groß. Aber das führt uns nicht
weiter, außer in unerquickliche Auseinandersetzungen. Wer
gelernt hat, im anderen zuerst den Menschen zu sehen, wird
dessen Interessen vielleicht eher akzeptieren und versuchen,
auf dem Verhandlungsweg einen Ausgleich der Wünsche zu
finden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mit den Reisegeschichten
unserer Sommerausgabe viel Vergnügen und schöne Ferien!

Christine Haiden
info@welt-der-frau.at
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