Fasten für den Frieden

20170307 BP Alexander van der Bellen mit Gattin beim Benefiz-Suppenessen im Dachstuhl des Stephandoms
Das Benefizsuppenessen der Katholischen Frauen­bewegung Österreichs (kfbö) gilt als Spendenauftakt der „Aktion Familienfasttag“. Der „Steffl“ wurde zum Ort der Begegnung.

Hochkarätige Gäste beehrten das Fastensuppenessen der kfbö, das heuer in Kooperation mit der Erzdiözese Wien auf dem Dachboden des Wiener Stephansdoms stattfand. Die Symbolkraft dieses Raumes animierte Kardinal Christoph Schönborn zu einer bewegenden Festrede. „Der Wiederaufbau des Stephansdoms nach dem Zweiten Weltkrieg wäre nicht denkbar gewesen ohne das Zutun der Trümmerfrauen. Dieser Geist couragierter Frauen bewegt auch heute noch die Katholische Frauenbewegung!“, erklärte er vor Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Familienministerin Sophie Karmasin, der ehemaligen First Lady Margit Fischer, Caritas-Präsident Michael Landau, Sr. Beatrix Mayrhofer von den Frauenorden Österreichs und weiteren 250 Gästen.

Sie alle kamen, um das entwicklungspolitische Engagement der Katholischen Frauenbewegung zu würdigen und das heurige Motto „Friedensaktiv – Frauen für eine gerechte Welt“ zu unterstützen. Eines der 100 Frauenprojekte, die in Afrika, Asien und Lateinamerika betreut werden, stellte die kfbö-Vorsitzende Veronika Pernsteiner genauer vor: das Krisenauffangzentrum NMBS in Nepal. Seit dem Bürgerkrieg seien Frauen dort prekären Verhältnissen ausgesetzt. Entsprechend herzlich fiel das „Namaste“, das Danke, der Mitgründerinnen Draupati Rokaya und Jyoti Shrestha aus. „Mithilfe der kfbö konnten wir bereits 500 Mädchen und Frauen alphabetisieren. 200 von ihnen sind inzwischen angestellt oder selbstständig“, so die Frauen. Van der Bellen war beeindruckt: „Die Politik braucht Bündnispartnerinnen wie die Katholische Frauenbewegung! Denn Einsatz für soziale Gerechtigkeit ist die Voraussetzung, dass Frieden gedeihen kann. Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt, dennoch bleibt es hinter dem selbst gesteckten Ziel, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen, zurück. Es genügt nicht, dass sich Organisationen wie die kfbö um derlei Angelegenheiten kümmern. Der Staat muss auch sein Scherflein dazu beitragen.“

 

40_schmidauer___ 20161204_Bundespräsidentenwahl_4684 KLEINDoris Schmidauer, Bundespräsidentengattin und Geschäftsführerin des Grünen Klubs„Ich begrüße den Einsatz der Katholischen Frauenbewegung, weil ich glaube, dass es wichtig ist, Frauen zu ermächtigen, ihr Leben unabhängig und eigenständig zu führen. An Erfolgsbeispielen wie diesen zeigt sich, wie toll auch länderübergreifende Frauen-Kooperationen funktionieren! Das ist Unterstützung wert und vorbildlich, weil Gesellschaft, Kirche und Politik hier an einem Strang ziehen.“

 


 

Alexander van der Bellen, Bundespräsident„Die Politik braucht Bündnispartnerinnen wie die Katholische Frauenbewegung, denn Einsatz für soziale Gerechtigkeit ist die Voraussetzung, dass Frieden gedeihen kann. Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt und dennoch bleibt es seit Jahren hinter dem selbst gesteckten Ziel, – 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen – , zurück. Derzeit liegen diese Ausgaben bei lediglich 0,3 Prozent. Es genügt nicht, dass sich Organisationen wie die Katholische Frauenbewegung um derlei Angelegenheiten kümmern. Der Staat muss auch sein Scherflein dazu beitragen.“

 


 

40_IMG_3505 KLEINAmani Abuzahra, Vorstandsmitglied von „Junge Musliminnen Österreich“: „Ich stehe hier als offensichtliche Muslimin, und trotzdem fühle ich mich sehr wohl! Die KFBÖ hat mich stark geprägt, deshalb habe ich auch die Einladung gerne angenommen. Unabhängig von unserer religiösen Zugehörigkeit kämpfen wir nämlich einen gemeinsamen Kampf. Wir wollen die Lebensrealität von Frauen verändern und verbessern – ob bei Projekten in Nepal oder auch innerhalb Österreichs. Mit meiner Anwesenheit zeige ich, dass dieses Engagement uns verbindet. Vielleicht dient diese Haltung auch der Gesellschaft: Es ist nicht negativ, dass wir uns alle voneinander unterscheiden. Das Trennende, das jeden Menschen so einzigartig macht, macht nämlich auch neugierig darauf, das Gemeinsame zu entdecken.“

 


 

Christoph Schönborn, Kardinal der Erzdiözese Wien und Gastgeber„Der Stephansdom ist ein besonderes Symbol für Österreich, für den Frieden. Sein Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wäre nicht denkbar gewesen ohne das Zutun der Frauen, der Trümmerfrauen. Dieser Geist mutiger, couragierter Frauen bewegt auch heute noch die Katholische Frauenbewegung.“

 


 

Sophie Karmasin, ÖVP-Familien-und Jugendministerin: „Ich bin zum ersten Mal hier und werde bestimmt wiederkommen. Denn Frauenanliegen zu unterstützen, macht für mich als Familienministerin in jeder Form Sinn. In vielen Regionen der Welt ist die Situation von Frauen nach wie vor tragisch, in Kriegsregionen noch mehr. Insofern ist jede Hilfe Vorort unverzichtbar. Es ist auch erstaunlich, dass uns dieses schöne Thema auch parteiübergreifend zusammenkommen und gemeinsam Bewusstseinsbildung betreiben lässt. Das ist nicht selbstverständlich in Österreich. Danke der Frauenbewegung für diese Möglichkeit!“

 


 

40_IMG_3503 KLEINEva Glawischnig, Grünen-Chefin: „Ich bin seit 20 Jahren Stammgast beim Benefizsuppenessen, weil ich den Einsatz der KFBÖ sehr schätze und würdige. Die Frauen hier arbeiten das ganze Jahr über an vorderster Front, stärken Mädchen, Frauen und die Gesellschaft und unterstützen zu 100 Prozent friedens-und sozialpolitische Anliegen. Von daher empfinde ich eine tiefe Verbundenheit. Außerdem habe ich großen Respekt vor ihrem Weitblick. Diese „Vernetzung nach unten“ und das beständige Bestärken von Frauen, zu sich selbst zu stehen, ist immens wichtig und der internationale Kontext mit den vielen Frauen-Projekten sowieso sehr cool!“

 


 

Margit Fischer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrats & ehemalige First Lady: „Das Engagement der Katholischen Frauenbewegung kommt jenen zugute, die sich alleine und ohne Unterstützung nicht helfen könnten. Mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe schaffen es viele Frauen und Communitys weltweit, sich aus ihrer Ausweglosigkeit herauszuarbeiten. Das Miteinander ist das Schöne. Teilen macht uns stark. Beides ist vor allem eine Sache der Frauen.“

 


 

 Sr. Beatrix Mayerhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs„Die Aktion Familienfasttag ist mir als Vertreterin der Ordensfrauen ein Anliegen, weil ich auf diese Weise die Solidarität der Frauen untereinander zum Ausdruck bringen kann und weil es für mich sehr wichtig ist, dass wir Ordensfrauen in Solidarität mit den Frauen leben und uns einsetzen. Diesmal geht mir die Aktion besonders nahe, weil die Schulschwestern in Nepal eine Schule führen und es von daher eine besondere Beziehung zu diesem Land, zu diesem „Dach der Welt“ gibt.“

 


 

Unternehmensberaterin Maria Rauch-Kallat: „Ich komme seit einem Vierteljahrhundert zum Fastensuppenessen. Beim ersten Mal war ich in der Funktion als ÖVP-Familienministerin hier. Mittlerweile bin ich nicht mehr in der Politik, aber Frauenanliegen aller Art treu geblieben. Ich staune jedes Mal aufs Neue, welche Bewegung diese jährliche Kick-Off-Veranstaltung zustande bringt.“

 


 

Teilen spendet Zukunft

Spendenkonto
„Aktion Familienfasttag“:
IBAN: AT83 2011 1800 8086 0000
BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: teilen spendet zukunft/Code A217
Ihre Spende ist steuerlich ­absetzbar.
Infos: www.teilen.at/spenden

 

Fotos: SEPA.Media/Martin Juen/picturedesk.com/commons.wikimedia.org/Ailura, kfb/Martina Goldenberg

Erschienen in „Welt der Frau“ 04/17 – von Petra Klikovits

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