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TraumAlles beginnt mit einem Traum. Jemand hat das Licht angeknipst. Die Bäume sind golden und die Gedanken auch. Glanz liegt auf den Fenstersimsen und mein Herz ist mild. Ich kann Wham’s „Last Christmas“ ertragen, ich freue mich über den Maroniverkäufer obwohl ich noch nie eine Kastanie gekauft habe und nehme mir vor, es in diesem Jahr zu tun, damit er nicht verschwindet. Sein Stand ist so romantisch. Mein Verstand meckert, dass romantisch hier jawohl eher schäbig bedeutet, aber ich heiße ihn zu schweigen.

Ich schaue nach Schnee und bin zuversichtlich, dass alles gut wird. Wunder liegen in der Luft. Sie flüstern ihre Botschaft in den Morgen: Trau dich groß zu denken. Trau dich zu wünschen. Trau dich zu träumen. Lass dir nicht einreden, dass das alles Theater ist. Dein Kopf hat Pause. Nimm dir ein Herz.

Ich frage mich: Kann man einen Traum träumen, obwohl man weiß, dass dieser Traum größer ist als die Wirklichkeit?

Man kann nicht. Man muss. Was wäre das sonst für ein Traum?

 

Susanne Niemeyer (Text + Illustration) mag Blechsterne, Luciakatzen und sucht den Advent.

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