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14. Jänner: ...das Wasser bis zum Hals...

Einer meiner vermurksten Neujahrsvorsätze ist die Sache mit dem Sport. Wenn man 52 ist, mehr Hüftgold als der Großteil der Altersgenossinnen aufweist und bereits mit zwei Litern Milch und einem halben Kilo Brot im Einkaufskorb auf der dritten Stiege keucht, wäre Sport an sich eine gute Sache. Nicht das Wilde, Gefährliche oder Kostenintensive wie Paragleiten, Fechten oder Armbrustschießen, nein. Ein bisschen Sport einfach. Hausfrauenturnen. Mumienballett. Wasserspiele.

Ich entschied mich freudig für das Wasser, denn wie man ja weiß, gelingen sportliche Verrenkungen unter Wasser ganz besonders gut, weil der Auftrieb hilft, ein müdes Bein in die Höhe zu befördern. Was sich nach toller Idee und wirklich ernst gemeintem kleinen Sportprogramm anhörte, entpuppte sich leider ebenso als Utopie zur Verringerung der Leibesmitte und der Selbstbehandlung konditionsbedingter Hechelgeräusche beim Einkaufen wie das Paragleiten, Fechten oder Armbrustschießen! Ich stand noch keine zwei Minuten wassertretend im Hallenbad, pirschte sich eine ebenfalls ihr körperliches Wohlbefinden steigernde Badehaubenträgerin von hinten an mich heran. „Monika, bist es du?“, fragte sie, als hätte sie mich nicht längst am Schnaufen beim Wassertreten erkannt. Ich bejahte ihre Frage freudestrahlend, bot sie mir doch die willkommene Gelegenheit auf eine Unterbrechung meines Sportprogramms.

Es gab spannende Neuigkeiten, die wir bequatschten, sie waren so überwältigend, dass an Wassertreten oder ein Fuchteln mit den Armen nicht mehr zu denken war. Als wir nach einer gefühlten halben Stunde des Informationsaustausches feststellten, dass unsere Haut weißlich wurde und aufquoll, beschlossen wir die Unterredung gleich lieber in der Kantine des Hallenbades fortzusetzen. In der Dämmerung verabschiedeten wir uns mit dem Versprechen, uns bald wieder einmal zum Schwimmen zu verabreden. Zu zweit macht Sport doch gleich viel mehr Spaß, dachte ich, nahm meine Tasche und fuhr mit gutem Gewissen nach Hause.

 

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