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20. Jänner: ...Leidenschaft...

Sie wissen, dass ich im Jänner spare, wir sprachen darüber. Die Erdäpfelsuppe schmeckt prima, mein Kaiserschmarrn auch. Ich bin so stolz auf mein Sparprogramm, knausere mit so viel Freude! Bis gestern war ich auch davon überzeugt, locker 150,- Euro Wirtschaftsgeld hereinsparen zu können im Jänner mit meiner bewährten Methode. Und dann das!

Heute kam die Versuchung in Form roter Schuhe über mich. Was es auch ist, das mich an keiner Auslage von Schuhgeschäften ohne inneres Verlangen vorbeischlendern lässt: Es hat mich wieder gepackt heute Vormittag. Ich ging festen Schrittes mit meinen vernünftigen und ergonomisch vorbildlichen Flachtretern durch die Stadt, hatte ich doch eine lange Liste Erledigungen abzuarbeiten. Und dann, – es ist, als gäbe es einen Magneten in Schuhauslagen, der die Augen willenlos werden lässt und auf Peilung bringt – sah ich sie! Rot, glänzend, unwahrscheinlich unpraktisch für eine, die am Land wohnt wie ich, und viel zu teuer. Aber sooooo süß, dass es mir den Atem verschlug! Rote Schuhe, meine Leidenschaft, mein inniger Wunsch, mein Paradies!

Die Vernunft wollte mir einen Schubser Richtung Postamt geben. Der innere Drang ließ mich zielstrebig ins Innere des Tempels der Lüste und Leidenschaften für Frauen mit Füßen stolpern. Ich wollte sie nur schnell probieren, die Roten! Einmal hineinschlüpfen ins käufliche Glück. Und schon war es um mich geschehen! Schnurz, was sie kosten, egal, ob ich sie auch tragen werde, und Schwamm drüber, ob sie überhaupt noch Platz haben im Schuhkastl. Ich will sie! Ich brauche sie! Und sie sehen aus, als bräuchten sie mich auch.

Ja, ich weiß. Ich bin oberflächlich, Konsum orientiert, manipulierbar und eigentlich ein Freak. Aber ich besitze diese roten Schuhe. Und das wiegt heute alles andere tausendfach auf!

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