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23. Jänner: ...aus der Übung...

Wer hätte gedacht, dass man so sehr ins Schnaufen kommt, wenn man zwei Stunden auf ein Fremdkind aufpasst? Uffff! Die Tochter meiner Freundin hatte einen dringenden Zahnarzttermin und ihr bewährter Babysitter (meine Freundin 🙂 hat die Grippe erwischt. Also stellte ich mich, ohne viel nachzudenken, selbstlos zur Verfügung. Wäre doch gelacht, wenn ich so ein kleines Bauxerl nicht für ein, zwei Stunden schupfen könnte! Hatte ja selber Kinder, weiß doch noch, wie’s geht! So was verlernt man nicht. Ist wie Rad fahren.

Die junge Mutter, ich kenne sie seit ihrer Geburt, war sehr dankbar für meine Bereitschaft, die kleine Lorena zu beaufsichtigen, während der Zahnwurzelkanal ihres oberen linken Vierers vom Nerv befreit werden würde. Ich erinnere mich leidvoll an die Zeit, als ich keinen Babysitter hatte in der kleinen Stadt, in der ich lebte, und wie ich die Kinder halb am Schoß, halb am Bauch sitzen hatte beim Zahnarzt, und für sie auch noch den Wurstel machte während der Zahnbehandlung, damit sie kein Zahnarzttrauma entwickeln und halbwegs ruhig blieben.

Klein-Lorena hatte es in sich! Schnuller raus, Schnuller rein, Schuller raus, wieder rein, Windel voll, Windel nicht voll (dem täuschend echt riechenden Wind auf den Leim gegangen), Hunger ja, Hunger nein, Schnuller rein, Schnuller raus, Safti wäh, Teeli gut, Teeli wäh, Safti wäh, Schnuller raus, Schnuller rein, Windel voll, Unterhemd voll, Strumpfhose voll, Babysitter voll… Ich schwitzte! Ich sang, tanzte, lächelte, wiegte und fütterte die kleine Maus, immer mit Argusaugen auf sie starrend, um ihre Gemütsverfassung zu ergünden. Denn eines weiß ich noch von meinen Kindern: hatten sie sich einmal gemütlich eingeschrien, hörten sie so schnell nicht mehr auf, egal, was man versuchte.

Nach 50 Minuten war Lorenas Mutter wieder zurück vom Zahnarzt. Mir rann der kalte Schweiß den Rücken hinunter, der Arm schlief von der Hutsch-Belastung ein und ich hatte einen Puls wie Lizz Görgl nach der Abfahrt. Lorena strahle und ich ebenfalls. Die Arme, die Lorenas Mutter ausstreckte, wurden freudig mit dem Objekt der Begierde befüllt. War ich froh, die Kleine wieder wohlbehalten und fröhlich übergeben zu können! „Herzlichen Dank, ich danke dir“, sagte die Tochter meiner Freundin. Ich lächelte freundlich und verkniff es mir, „jederzeit wieder gern“ zu sagen. Ich verabschiedete die beiden mit einem Kuss und schenkte mir einen kleinen Hollerlikör ein…

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