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25. Jänner: ...Baz, Gatsch und Lettn...

Huihhh, was habe ich nicht auf den Schnee gehofft! Auf die kalte Nase, die Gelegenheit, meine selbstgestrickte Sturmhaube aufsetzen zu können, auf den Flockentaumel im Winterwald und den knirschenden Schneebelag unter den Schuhen. Ich sah mich selig vor mich hin stapfend im Zauberland Winter, im Schneeloch Tumeltsham.

Jetzt hat es tatsächlich geschneit, doch außer Baz und Gatsch ist nicht viel heruntergekommen, bzw. ist nicht viel entstanden aus den hervorsprudelnden Flocken. Die weiße Pracht war nur während des Fluges weiß, kaum am Boden angelangt, verwandelte sie sich in – Schriftdeutsch – Matsch (Mundart: Baz, Gatsch und Lettn). Mal sehen, ob ich mir die weiße Pracht in romantischen Phantasien zusammenspinnen muss, ober ob sie noch als Realwetterphänomen über mich kommen wird in den nächsten Tagen.

Plötzlich erwachte in mir ein Geistesblitz. Einer, der mich erkennen ließ, wie ich aus Baz und Gatsch Zauber und Seligkeit machen konnte. Ich entzog den grauen Boden meinen Blicken und hob den Kopf. Ich starrte nach oben, direkt ins Gewusel hinein. Die Flocken tanzten für mich ganz allein am schier unendlichen Himmel. Gleich einer hypnotisierenden Lichtquelle zogen sie mich an, nahmen meine Sinne gefangen, legten einen weißen, reinen Film auf meine Seele.

Da wusste ich plötzlich, warum ich den Schnee so sehr herbei gesehnt hatte. Für einen Augenblick machte er mich wieder zu einem Kind.

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