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27. Jänner: ...Montagsmonika...

Was sind denn Sie für Eine, ganz ehrlich? Gehen Sie am ersten Tag einer neuen Arbeitswoche frisch fröhlich ans Werk, die Lippen gespitzt, die Brust gebläht, und die Sinne geschärft? Sind Sie froh, einen freudlosen, faden, trüben Sonntag voller Abfahrtsrennen, Schnitzel und Mittagsschläfchen hinter sich zu haben, weil endlich wieder Montag ist? Oder zählen Sie sich zu jener Gruppe, die von sich sagen würde, der Montag ist schlimm, ein Tag der Trauer um den verlorenen Sonntag, und was die Energiebilanz zur Aufrechterhaltung des Scheins am Arbeitsplatz betrifft ein Fass ohne Boden?

Glauben Sie jetzt bitte nicht, die Erforschung und Besprechung des Montagsmenschen-Phänomens sei ein Randgruppenproblem! Ganz und gar nicht! Die Geschichtsbücher sind voll von verhauten Montagsscharmützel, die Börsenberichte sind an Montagen oft mehr als entmutigend, und an keinem anderen Wochentag passieren mehr blöde Fehler in der Arbeit als am Montag. Es gibt herzerweichende Hits, die das Reizthema Montag besingen („mondays make me crazy“), und Oden, an deren Beginn der verderbliche Einfluss des Montags beklagt wird („am Montag schnitt Jungfer Krimhild sich mit dem Fleischmesser ins Bein“). Wirtschaft und Medizin bekämpfen seit Jahren den Montags-Blues, eine Krankheit, die unbedingten Krankenstand erfordert. Ein Leiden, dessen Symptome von „weiß nicht“ bis „kann sein“ reichen, und die in der Regel am Dienstag abgeklungen sind. Und erfahrene Autokäufer fürchten nichts mehr, als ein Montagsauto angedreht zu bekommen.

Sie sehen: Montage haben es in sich! Kein anderer Wochentag wird weniger mit Freude, Lust, sexueller Ausschweifung, oder Gehaltserhöhung in Verbindung gebracht wie eben dieser. In der Regel kommt einem der Montag auch viel länger vor als jeder andere Wochentag. Ein Kreuz. Und damit sich mein Montagsfrust halbwegs in Grenzen hält, hole ich mir jetzt eine schöne Tasse Kaffee, und hoffe, das meine Kaffeemaschine nicht daran denkt, dass Montag ist….

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