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40 Wochen

Es ist merkwürdig, wie absurd lange mir das halbe Jahr bis zur Geburt noch erscheint. Viele Menschen in meinem Umfeld raten mir: „Genieße die Zeit der ersten Schwangerschaft – das ist etwas ganz Besonderes!“ Jedes Mal beschert mir das ein Déjà-vu. Zu Studentinnenzeiten, während der Hochzeitsvorbereitungen, in den Flitterwochen: immer der Appell die Zeit auszukosten und bewusst zu erleben. Traurig, dass es notwendig geworden ist, ständig daran erinnern zu müssen, innezuhalten und dankbar für das Heute zu sein. Als Frau mit Eigensinn und Selbstbestimmtheit stellt es mir zwar bei solchen Ratschlägen reflexartig die Haare auf, trotzdem kann ich den gutgemeinten Kern der Botschaft verstehen. Rückblickend wird auch dieses halbe Jahr viel zu schnell vergangen sein. Ich wünsche mir für mich und meinen Mann die Muße, um das was kommt als einmaligen Lebensabschnitt zu begreifen.

Heute Nacht träumte ich es wären nur noch wenige Tage Zeit bis zur Geburt. Ich hatte beklemmende Panik, dass mir die Zeit fehlt um notwenige Dinge noch zu organisieren. Im Traum war meine größte Sorge in Windeseile eine Krankenhaustasche packen zu müssen. Erlöst und aufgewacht habe ich im Liegen vor Wohlwollen und Erleichterung einen tiefen Seufzer von mir gegeben. Noch sechs Monate um mich diebisch an meiner Wölbung mit Spezialfüllung zu erfreuen, um ein schnuckeliges Kinderzimmer einzurichten und um einen multifunktionellen Großraum-Krankenhauskoffer für alle Eventualitäten vorzubereiten. Vielleicht werde ich sogar bei Schwiegermuttern einen Babysöckchen-Strickworkshop absolvieren oder aber eine Schwangeren-Performance bei Feminismus & Krawall machen.

Am Weg zu meinem lieben Freund Michael spaziere ich mit Sonne im Gesicht den Donaukanal entlang. Um meine Haube mit kecken Katzenohren, gestrickt von der wunderbaren Cosima, beneidet mich staunend jedes Kleinkind von der Friedensbrücke bis zum Schwedenplatz. Als aus meinen Kopfhörern „Hey Mama“ von den Black Eyed Peas tönt, ist es um mich geschehen. Frühlingshafter Leichtsinn packt mich, im Geiste schnalze ich wie Marry Poppins mit den Fersen in der Luft und vor Rührung und Freudentränen läuft nicht nur meine Brille an. Meine 14. Schwangerschaftswoche und ein gekonnter Hüpfhüftschwung bei jedem Schritt beflügeln meine Phantasie und mein Glücksgefühl lässt sich kaum in Worte fassen!

Kommentare

4 thoughts on “40 Wochen”

  1. Sonja Seefried sagt:

    Ein toller Start – ich freue mich schon auf deine weiteren Erlebnisse und Eindrücke!!

  2. 40 Wochen … eine Ewigkeit, und doch vergehen sie wie im Flug! Allen jungen Frauen, die gerade guter Hoffnung sind, alles Gute! Freu mich auf das blog!

  3. Irene Gruber sagt:

    Wow, 14. Woche! Ich beneide Sie um dieses Gefühl. So „Perfekt“ wie in den Schwangerschaften habe ich mich nie wieder gefühlt.

  4. ROTRAUD JOSSECK sagt:

    Ich werde im Mai und im September Oma und freue mich sehr auf diesen völlig neuen Lebensabschnitt!!! Den Blog von Susi Krautgartner muss ich schon aus diesem Grund interessiert verfolgen…

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