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7. Jänner: ...Geldregen oder Kartoffelschmarrn?...

Kaufte heute beim Diskonter meines Vertrauens Milch, Brot, Butter, Katzenfutter und Mehl (ja, lauter gesunde Schlankmacher, ich weiß…), und zahlte dafür 17,40. Nun sind 17,40 nicht die Welt, gewiss, und im Vergleich zum Preis von einer Nähmaschine oder eines Schlagbohrers ein Klacks. Doch in Anbetracht der strapazierten Dezember-Jänner-Haushaltskasse doch ein kleiner Brocken. Natürlich habe ich zu Weihnachten wieder mehr ausgegeben, als geplant, und ich habe längst aufgegeben, zu ergründen, was mich alljährlich dazu treibt, im Nahfeld eines religiösen Festes finanziell kräftig über die Stränge zu schlagen. Ich weiß, dass ich mir alle Jahre wieder diese Frage stelle, und ich weiß auch, dass sie alle Jahre wieder unbeantwortet bleibt.

Als ich noch sehr jung war, träumte ich vom unerwarteten Geldregen im Jänner, von Nebenerwerbsmöglichkeiten, die temporär erfüllbar und lukrativ sind, und von Lottogewinnen, die im Jänner schlagend werden und mich meiner Finanzsorgen entheben. Mit den Jahren habe ich allerdings gelernt, mit der kleinen, periodisch auftretenden Finanzschwäche gut fertig zu werden. Ich habe – wie es meine liebe Großmutter in ihrer Sprache so trefflich ausdrückte – zu wirtschaften und zu haushalten gelernt. Ich spare im Jänner. Ganz eisern. Das kann ich. Es gibt zu Mittag Evergreens aus der Küche meiner Mutter: Griesschmarrn, Kartoffelschmarrn mit eingebranntem Kraut, Palatschinken, Eiernudeln und Karoffellaibchen mit Sauerkraut. Gut gewürzt und schön angerichtet macht das satt, wärmt den Magen und die Seele („siehst du, Oma, ich hab’s doch noch gelernt, das Krauteinbrennen!“…) und kostet pro Portion keine zwei Euro. Zum Abendessen den Klassiker meiner Jugend: Butterbrot mit Marmelade, Butterbrot mit Senf, Butterbrot mit nichts.

Mag sein, dass mir inzwischen ein Brathühnchen, das Grillteller oder die gefüllte Kalbsbrust besser schmeckt, schließlich ist auch der verwöhnte Magen ein Gewohnheitstier, aber es macht mich stolz, es immer wieder zu schaffen, mich zu beschränken. Wenn es auch nicht dem allgemeinen Zeitgeist entspricht: Ich spare gern, bin gern unabhängig und frei in meinen finanziellen Entscheidungen, liebe es, eine gewisse Aktionskraft zur Verfügung zu haben. In ein paar Wochen ist am Konto wieder alles paletti, das kleine Polsterl für Sonderwünsche wieder prall, und ich weiß wieder, wer und was ich bin: manchmal ein bisschen leichtsinnig, obendrauf verwöhnt von der guten Zeit, in der wir leben, aber genau so tüchtig wie meine Oma und Mama, wenn’s darauf ankommt.

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