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Ab in die Tiefe!

Genau jetzt mache ich das Richtige. Jetzt ist der Moment! – Menschen, die zu Mirriam – und die schreibt sich so und ich mach ganz selten Tippfehler! – Prieß in die Beratung kommen, sehnen sich nach diesem Gefühl. Resilienz, früher Salutogenese genannt, ist mehr als ein Modebegriff, wird in vielen Facetten beforscht und nur ein einziger Blick in die Klassiker der Kinderliteratur würden allen zeigen: Pippi und Co, die zeigen euch, wie Resilienz geht. Das ist nicht von Dr. med. Prieß, sondern von mir.

Zurück in die Beratung: Hier sitzen erfolgreiche Menschen, die sich nach Lebendigkeit sehnen, die ausgebrannt sind, die einfach nicht mehr können. Funktionieren ginge gerade noch. Dieses Buch ist mehr als ein Ratgeber, mehr als ein Ticket ins Glück: Es ist seriös, es bietet Fallbeispiele, es ist gut gegliedert und dicht geschrieben. „Resilient zu werden heißt, Schwäche zu lösen und Stärke zu entwickeln“. Immer wieder werden die LeserInnen mit interessiertem Nachfragen konfrontiert, verdammt, warum war man gerade gestern bei diesem Konflikt dermaßen verschlossen? Da muss man dann nicht gleich losrennen und sich öffnen wie eine Bierflasche mit Drehverschluss, sondern Prieß frägt weiter nach dem Warum und das zu beantworten fällt nicht immer leicht.

Authentizität fordert Mut zu sich selbst. Dieser Mut ist bei Menschen mit geringer Resilienz kaum ausgeprägt, und das ist eine entscheidende Ursache für deren Mutlosigkeit dem Leben gegenüber. Wer dem Leben kraftvoll begegnen und sich Herausforderungen stellen will, der kann dies nur, wenn er den Mut aufbringt, zu sich selbst zu stehen. Zu sich zu stehen und zu dem, was man in sich spürt. Zu sich zu stehen und der zu sein, der man ist. (S. 157)

Und dass das gar nicht so leicht ist, das steht auf jeder zweiten Buchseite, dass es aber möglich ist, immer gleich dabei: Resilienz kann man sich erarbeiten, das ist eine wichtige Aussage. Vielleicht sollten auch Parteien über Resilienz nachdenken, darüber, wo sie zu sich stehen und wo sie auf Stimmenfang gehen – auch das steht nicht im Buch, aber mit dem bin ja gerade ganz intensiv in Dialog getreten.

 

Was Sie versäumen, wenn Sie das Buch nicht lesen: klare, verständliche Analysen zu innerer Stärke, Ermunterungen, Aufforderungen, sich auf den Dialog einzulassen, die Erkenntnis, dass Authentizität stärkt, dass psychische Widerstandskraft erlangt werden kann.

 

Die Autorin Dr. med. Mirriam Prieß ist wohl nirgendwo geboren oder so, was sonst Bücher über ihre AutorInnen so erzählen, aber sie hat acht Jahre an einer psychosomatischen Fachklinik in Hamburg gearbeitet und berät seit 2005 Firmen.

 

 

Mirriam Prieß:

Resilienz.

Das Geheimnis innerer Stärke.

Widerstandskraft entwickeln und authentisch leben.

München: Südwestverlag.

190 Seiten.

Christina Repolust

wurde 1958 in Lienz/Osttirol geboren. Sie schloss das Studium der Germanistik und Publizistik in Salzburg ab. Seit 1992 ist sie Leiterin des Referats für Bibliotheken und Leseförderung der Erzdiözese Salzburg und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Zudem leitet sie Literaturkreise und Schreibwerkstätten für Groß und Klein. Ihre Leidenschaft zu Büchern drückt die promovierte Germanistin so aus: „Ich habe mir lesend die Welt erobert, ich habe dabei verstanden, dass nicht immer alles so bleiben muss wie es ist. So habe ich in Romanen vom großen Scheitern gelesen, von großen, mittleren und kleinen Lieben und so meine Liebe zu Außenseitern und Schelmen entwickelt.“

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