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...alle im selben Boot...

 

Einer meiner Lieblingsfeiertage rückt heran, meine Damen (Nein, nicht der Faschingsdienstag, was unterstellen Sie mir? …), der Internationale Frauentag! Jedes Jahr am 8. März wird er gefeiert, und sein Ursprung ist ein denkbar tragischer Vorfall. Das wissen Sie wahrscheinlich. Ich als bekennende Feministin hab‘ mir schon allerhand anhören müssen im Nahfeld des Frauentages und der Veranstaltungen, die ich alljährlich rund um diesen Tag teils frech, teils provokant, aber immer unerhört ehrlich, abhalte. Dass es nicht mehr zeitgemäß ist, einen Frauentag auszurufen, dass die Frauen eh alles erreicht hätten, und dass man sich lächerlich macht, wenn man für Frauenrechte kämpft, wo doch sogar schon Kanzlerinnen und Direktorinnen eine Selbstverständlichkeit sind.

Doch ich denke, gerade in Zeiten wie diesen hat die Wichtigkeit, Frauenforderungen plakativ zumindest an einem international gefeierten Tag darzustellen, nichts von ihrer Dringlichkeit verloren. Die Hauptforderung, die die Frauen vor über 100 Jahren stellten und so den Grundstein für den Int. Frauentag legten, war „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Da steigen einem die Grausbirnen auf wenn man bedenkt, dass wir auch heute, wo vielfach das Argument kommt, der Frauentag wäre unnötig geworden, meilenweit von dieser Basisforderung weg sind. Frauen verdienen nach wie vor so viel weniger als Männer. Vor über 100 Jahren haben mutige Frauen und Mütter in Fabriken diese Forderung gestellt, und blutig, zum Teil mit ihrem Leben, dafür bezahlt. Ich ehre sie aus ganzem Herzen an ihrem Gedenktag. Es ist bis heute dieser berechtigte Anspruch nicht erfüllt. Und da soll es nicht mehr notwendig sein, zu kämpfen? Eine Logik, die meinem Intellekt nicht erklärlich ist.

52% der Bevölkerung sind weiblich, in den bescheiden bezahlten Berufen sind Frauen überproportional vertreten, in den Direktorensessel, in den Aufsichtsräten, in der Hochpolitik, in Wirtschaftsschlüsselstellen, etc. sind Frauen in der Minderzahl, oft sogar verschwindend. Weil Frauen so blöd sind? Weil Frauen halt nicht viel zu sagen haben, und die wirklich großen, wichtigen Dinge auf der Welt besser den Männern überlassen sollten? Ich lasse als alte Demokratin jede Meinung gelten, selbstverständlich. Als Feministin und Frau, die sich ihres Wertes bewusst ist, schmettere ich aber allen fröhlich und streitbar zu: „Meine Damen! Wir sitzen alle im selben Boot! Hausfrauen, Akademikerinnen, Künstlerinnen, Mütter, Politikerinnen, Aktionärinnen, Großmütter, Studentinnen, Lehrlinge, Pflegende und Frisörinnen! Es ist eine Frage des Selbstverständnisses, des Selbstwertes, für gleiche Verhältnisse zu sorgen. Nicht, weil wir wie die Männer sein wollen, sondern weil wir Frauen – und was für welche, mein lieber Schwan! –  sind.“ Gleiches Recht für alle, gleiche Chancen für alle, gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Wir wollen gar nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

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