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Billigflüge

Wer billig kauft, kauft teuer….

Diese Redewendung habe ich aus Kindertagen noch abgespeichert. Doch merke ich, dass sie aktuell ist wie eh und je, besonders beim Buchen von Flügen im Internet!

Vorige Woche packte mich wieder einmal die Reiselust. Irgendwohin in die Sonne sollte es gehen, die Kanarischen Inseln fielen mir ein, eine neue Insel, vielleicht Fuerteventura, die kennen wir noch nicht. Anfang April wäre perfekt, sagte mein Mann. Das passte gut, wo noch dazu unsere Freunde zur selben Zeit auf der Insel Urlaub machen würden. Also nichts wie hin!

Ich schaute mich im Internet nach Flügen um, den ungefähren Richtpreis wusste ich von unseren Freunden, so um die  550 Euro  für zwei Personen (gebucht im September).

Aber hoppla, da kamen ja viel billigere Flüge daher, der billigste bereits um 218 Euro pro Person! Sollte ich jetzt, zu einem viel späteren Zeitpunkt günstigere Flüge bekommen? Ich hätte misstrauisch werden sollen, doch in meiner Freude darüber ließ ich alle Vorsicht außer Acht. Ich ging also auf „Buchen“, füllte Punkt für Punkt aus. Ganz hartnäckig kamen immer wieder Versicherungsangebote daher, sogar eine Insolvenz-Versicherung war dabei – das stärkt das Vertrauen in die Fluglinie nicht gerade – und ließ mich dann auf eine Umbuchungsversicherung um  4,99 Euro pro Person ein. So, durch den Buchungsvorgang durch. Wieso kam jetzt ein Betrag von 572 Euro zustande? Meiner Rechnung nach sollte das 445,98 ergeben. Plötzlich beinhaltete die Buchung eine Versicherung um 33,81 Euro und jede Menge weiterer Gebühren und oh Schreck – kein Freigepäck! Die durchgestrichenen Koffersymbole hatte ich in meiner Euphorie gänzlich übersehen!

Also zum Telefon. Nach nervtötender Recherche im Internet nach einer Telefonnummer, hatte ich endlich die deutsche Nummer des Billigflüge-Anbieters gefunden. Anruf, Weiterleitung zu einer Reihe von Nummern, die zur Auswahl standen. Welche nehme ich? Den ersten Anruf brach ich nach circa zehn Minuten in der Warteschleife ab. Beim zweiten Anruf gelang es mir, zu einer Service-Dame durchzudringen, wieder nach unendlicher Wartezeit, gebührenpflichtig! Ziemlich ungehalten erklärte ich ihr meinen Sachverhalt und verlangte daraufhin die Stornierung des eben erst gebuchten Fluges. Doch das war nicht möglich, circa 100 Euro würde mich die Umbuchung kosten, meinte die Dame freundlich. Das fand ich unverschämt, man kann doch grundsätzlich von Internetgeschäften zurücktreten, gilt das hier nicht? Offensichtlich nein. Also weiter, was ist mit dem Gepäck? „Ja, Sie können selbstverständlich Koffer dazubuchen, das Gepäckstück pro Person um  70 Euro.“

Da kämen weitere 140 dazu, der Flug würde jetzt für zwei Personen schon 712 Euro kosten!

Aber o.k., die (ohnehin nicht) gebuchte Versicherung könnte sie noch rausnehmen, und ich müsste doch wissen, dass der günstigste Flugpreis nur für Besitzer der Mastercard Gold des Billigflug-Anbieters gilt. Steht auch irgendwo, allerdings GANZ klein gedruckt! Mein Puls war bereits auf 180, aber um die Sache abzuschließen, nahm ich ein Gepäckstück dazu, sollten meinetwegen noch einmal  70 Euro dazukommen. Aber plötzlich verrechnete die Dame 85 für einen Koffer.

„Es fallen zusätzlich 15 Euro an Gebühren an,“ flötete die Dame ins Telefon.

Ich hatte den Überblick über die Kosten schon längst verloren, war aber so genervt, dass ich ungehalten die Buchung bestätigte und auflegte.

Es ist vermutlich der teuerste Flug, den ich je gebucht habe. Ich nehme es als Lehrgeld und buche in Zukunft nur mehr direkt über die Fluglinie. Da fallen zumindest keine Extragebühren für das Buchen an.

Wer billig kauft, kauft teuer!

 

Anneliese Pflügelmayr

arbeitete als Pädagogin und Mediatorin. Zuletzt war sie an der Pädagogischen Hochschule OÖ tätig, wo sie Deutschdidaktik unterrichtete und gemeinsam mit KollegInnen einen Lehrgang für Peermediation aufbaute. Seit einem einjährigen Aufenthalt als Austauschschülerin in den USA engagiert sie sich als Freiwillige für Jugendaustausch und diverse Sozialprojekte. Kommunikation und Begegnung mit Menschen sind ihr wichtig. In ihren Beiträgen wirft sie einen augenzwinkernden Blick auf das Alltagsleben als Seniorin, in dem sich vielleicht auch so manche Leserin wiederfindet.
Ihre Devise: Mit kritischer Distanz und Humor sollte sich doch das Älterwerden etwas leichter bewerkstelligen lassen!

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