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...Blumen als Zeichen der Liebe...

Heute also ist der Valentinstag. Aha. Und seit Wochen werden wir via TV, Regionalblatt und Flugzettel darüber informiert, was man da schenken soll. Besser gesagt, was die Männer den Frauen schenken sollen, denn der Gendergedanke wird nirgendwo sträflicher zu Lasten der Männer ausgelebt als rund um den Valentinstag. Dieses Eingeständnis macht sogar eine wachsame Feministin wie ich. Die Werbeindustrie lässt uns seit Wochen wissen, was sich Frauen zum Valentinstag wünschen: Kleider, Staubsauger, einen Flachbildfernseher, Gutscheine fürs Zehennägel schneiden, Haare schneiden, für Gesichtspackungen, Verwöhnkosmetik und Hautpflegesets. Mann, oh Mann, was glauben die eigentlich, wie wir Frauen aussehen? Wie der Zombie, der von oben bis unten restauriert werden muss am 14.2.? Und was ist aus dem Klassiker, dem Blümchen, geworden?

Ich blicke in den Spiegel und frage mich, ob auch ich was fürs Aussehen kriegen sollte heute. Nein. Ich bin ok. Wenn man die noble Spätwinterblässe abzieht, optisch sogar recht gut in Schuss. Ich hole mir ein Häferl Kaffee aus der Küche und ärgere mich, dass ich mich eben so kritisch beäugt habe im Spiegel. Die Werbung hat anscheinend auch bei mir funktioniert, wenn auch nicht so weit, dass sie Begehrlichkeit nach Valentinstagscremen oder Halspackungen mit Sojaöl im Gesamtwert jenseits der 80-Euro-Grenze entfacht hätte. Es werden halt die Dinge vielfach ausgereizt in der heutigen Welt.

Da lobe ich mir die Zeiten, als es noch ein ganz großes Ereignis war, wenn der Mann/Freund/Lebensabschnittspartner mit einem Strauß Frühlingsblumen am Valentinstag dastand. Da nur jede Zehnte ungefähr etwas bekam (der Valentinstag war erst im Aufkommen damals, vorher hatte die Nachkriegsgeneration kein Geld für Schnickschnack, wie mein Vater Schnittblumen zu nennen pflegte), war auch die Spannung unter uns Mädchen immer groß. Ich erinnere mich an den ersten Strauß Tulpen mit Märzenbecher, die der Vater meiner Kinder in unserer Brautzeit am Valentinstags anschleppte. Versteckt hinter dem Rücken, damit ich sie nicht gleich sehe. Er hatte genau so glänzende Augen und rote Ohren wie ich in diesem Moment. Es hätte der Blumen nicht bedurft, um zu fühlen, wie groß die Liebe war. Und dennoch: Danke für diese Erinnerung! Ich wünsche Ihnen allen, liebe Frauen und Männer, dass Sie heute „Blumen“ bekommen, wie immer diese auch aussehen mögen.

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