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Braindrain oder Flucht der Gelehrten

Es gibt viele Bildungsmöglichkeiten in Lesotho. Zum Beispiel nach einem Highschool-Abschluss an der einzigen Universität des Landes, in der Hauptstadt Maseru, ein Studium zu beginnen. Möchte man das A-Level (österreichischer Maturaabschluss) erreichen, um auch in andern Ländern, wie zum Beispiel Südafrika oder England zu studieren, muss man zwei Jahre lang einen weiteren Kurs absolvieren und positiv abschließen. So traf ich eine ehemalige Schülerin unserer Highschool, die nun im August beginnen wird, in Cambridge zu studieren. Das Problem ist allerdings, dass jene, die es ins Ausland schaffen, oft fernab ihrer Heimat bleiben. Somit verbessert sich der Bildungsstandard in Lesotho leider nicht wirklich.

Natürlich ist bei mir das Glas immer halb voll und darum soll hier erwähnt werden, dass es sehr wohl auch Zuwanderung von AkademikerInnen gibt. Mir wurde das Vergnügen zuteil, wegen eines Gesundheitschecks für mein Visum, einen sympathischen jungen Arzt aus der demokratischen Republik Kongo kennenzulernen. Patrick lebt und arbeitet seit einem Jahr in einer Klinik in Maputsoe und ist zufällig gut befreundet mit einem Father aus unserer Mission. Durch ihn konnten wir Patrick, seine Frau und Tochter besuchen, die erst vor kurzem dem Familienvater nachgereist waren und nur Französisch sprechen. Es ist üblich, dass sich der Mann zuerst eine gute Anstellung im Ausland besorgt und die Familie erst dann nachkommt, wenn genügend Gehalt und ein sicherer Lebensstandard gewährleistet sind.

Es ist auch sehr schön von Ereignissen zu erfahren, in denen ehemalige SchülerInnen unserer Schulen nach der abgeschlossenen Ausbildung den Wunsch verspüren, diesen Einrichtungen etwas zurückzugeben und sich freiwillig engagieren, indem sie sich für die Bildung der nächsten Generation einsetzen.

Dave Looper

arbeitete als Pädagogin und Mediatorin. Zuletzt war sie an der Pädagogischen Hochschule OÖ tätig, wo sie Deutschdidaktik unterrichtete und gemeinsam mit KollegInnen einen Lehrgang für Peermediation aufbaute. Seit einem einjährigen Aufenthalt als Austauschschülerin in den USA engagiert sie sich als Freiwillige für Jugendaustausch und diverse Sozialprojekte. Kommunikation und Begegnung mit Menschen sind ihr wichtig. In ihren Beiträgen wirft sie einen augenzwinkernden Blick auf das Alltagsleben als Seniorin, in dem sich vielleicht auch so manche Leserin wiederfindet. Ihre Devise: Mit kritischer Distanz und Humor sollte sich doch das Älterwerden etwas leichter bewerkstelligen lassen!