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Christa Langheiters Ghana-Blog - Tag 9: Müll

Bei aller Liebe zu diesem Land, manchmal ist es auch schwer auszuhalten. Die schmutzigen Häuser, der Plastikabfall überall, die fehlende Kanalisation. Manchmal wünscht man sich bei langen Busfahrten, einfach nur durch ein wenig unbesiedelte Gegend fahren zu können, um diesen Bildern der Armut zu entkommen.

Und manchmal, ich gebe es zu, mischt sich auch Unverständnis dazu. Vielleicht ist das die Schwester von Hilflosigkeit und Ohnmacht. Könnten sie nicht versuchen, ihren Dreck wegzuräumen? Wenigstens die Plastiksackerl, die hier überall auf den Feldern und Straßen verstreut sind. Ist es denn so schwer, wenigstens den Platz, wo man sitzt, zu säubern? Könnte die Regierung nicht wenigstens ein funktionierendes Kanalsystem installieren, damit die Menschen nicht mit Kloaken von Abfall leben müssen?

Und ich? Ist es denn so schwer, diesen verflixten Kübel neben dem Klo für das Klopapier zu benutzen? Ist es denn so schwer, mal eine Stunde ohne Klimaanlage auszukommen? Ist es denn so schwer, beim Duschen das Wasser abzudrehen, während man die Shampooflasche öffnet und die Haare einschäumt? Und ist es so schwer für die Regierungen der westlichen Welt, sich von einem Energiesystem zu verabschieden, das unbewältigbaren Abfall ohne Ende produziert. Nur weil er tief versteckt wird, ist er nicht weniger gefährlich.