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Tag #5: Commenda und der Ze ... h

Was soll ich sagen: Die Terrasse war rutschig, der Sturz elegant, der Zeh ist gebrochen und das Leben hat Humor.

Ich glaube, ich muss ein ernstes Wort mit meinem Unbewussten reden. Es nimmt die Sache mit der Entschleunigung ein wenig zu ernst, finden Sie nicht auch?

Immerhin, mein lädierter secondo dito piede sinistro hat mir eine Fahrt auf Alessandros roter Ducati quer durch Rom in die Universitätsklinik beschert, und ein Gefühl, als wäre ich 17: Wind auf der Haut, hupende Autos und auf Tuchfühlung mit einem gut aussehenden Italiener. Was will frau mehr?

Nicht nur für dieses Erlebnis bin ich dankbar, sondern noch viel mehr dafür, dass Alessandro bei mir bleibt und für mich übersetzt. Dafür, dass mir nicht mehr fehlt als eine kleine Knochenfraktur. Dafür, dass ich in den letzten Monaten, in denen ich viel Zeit in Krankenhäusern verbracht habe, gelernt habe, nicht jeden Schmerz und jedes Elend rund um mich aufzusaugen. Diese Fähigkeit kann ich nun gut brauchen, angesichts dessen, was ich in der italienischen Notaufnahme zu sehen und zu hören bekomme.

Apropos sehen: Werde ich das Meer noch erblicken? Frida Kahlos Gemälde bewundern? Das Kolosseum bestaunen? Wer weiß. Für heute heißt es: Füße hochlegen und dolce far niente. Für Entschleunigung ist jedenfalls gesorgt.

 

 

Kommentare

7 thoughts on “Tag #5: Commenda und der Ze … h”

  1. Claudia Karner sagt:

    Da fehlt nur noch ein Aperol Spritz oder ein Campari Milano, angeblich d e r Drink der Saison!
    Gute Besserung!

  2. Gertraud sagt:

    Mama mia, Kirsten – che cosa stai combinando?
    Ich sehe es so wie du: Wer sich so beeilt, Entschleunigung zu perfektionieren, dem hilft das Schicksal – oder das Unterbewusstsein, oder eben „il secondo dito piede sinistro“. 🙂
    Ich bin baff und beinahe sprachlos ob deiner literarischen Höhenflüge und der Kunst, die Geschichte mit Humor zu würzen und allem einen Sinn zu geben – Situationen im Nachhinein noch als wertvolle Lektionen zu bewerten.
    Du spürst deine Geschichten und die Sprache quasi in den Zehen: wer hätte sich gedacht, dass der Zen gestern in Hinblick auf heute unmöglich neutral hätte sein können – alles bekommt da plötzlich einen tieferen Sinn. 🙂
    Danke für das Teilen und Mitteilen!
    Ich wünsche deinem Zeh eine gute Genesung und dir weiterhin einen entschleunigten, kreativen Umgang damit.
    Tanti saluti
    Gertraud

  3. Alfred Koch sagt:

    Du meine Güte!
    Mehr bring ich jetzt gar nicht raus.

    1. Das wollte ich aber nicht, dass es dir die Sprache verschlägt, lieber Alfred 😉 Spuck den Frosch im Hals lieber schnell aus. Komm, wir ziehen gemeinsam staunend um die Ecken der ewigen Stadt!

    2. Alfred Koch sagt:

      Ein schöner gedanke. Den erlaube ich mir jetzt zu denken.

  4. judith sagt:

    hej hej liebe kirsten!
    komme gerade aus norwegen zurück und fahre nun in gedanken gleich weiter mit dir auf italienreise – wenn das kein toller sommer ist!
    guuute besserung, ich hoffe es tut dir nicht allzu weh. bin schon sehr neugierig, wie deine entschleunigung weiter geht – dein körper macht ja offenbar bereitwillig mit und legt noch etwas drauf, grins…
    ganz herzlich, judith

    1. ah, norwegen! darum! 😉

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