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2. Jänner: ...das Glück - Vogerl oder Schweinderl?...

Bekam ganz schön „viel Glück“ gewünscht gestern. Sogar heute noch. Und Glücksbringer dazu, damit’s auch hält: ein Schoko-Hufeisen (gleich verspeist), einen Marienkäfer aus Draht (schiarches Trum), einen Blumenstock Glücksklee (bei mir ein Todeskandidat), ein Marzipanschwein, sowie drei Plastikschweinderl für den Hosensack. Zu Jahresbeginn wünscht man sich alles Gute, Gesundheit, und besonders lebhaft „viel Glück“, ohne freilich zu definieren, was damit gewünscht wird. Das Glück ist, bei näherer Betrachtung, bunter als ein bunter  Hund, und manchmal sogar ein Hundling. Während Hilde K. das Glück im Arm des Nachbarn vermutet und tränenreich Nacht für Nacht seine, des Nachbarn, Ignoranz beweint, wäre ein williger, schneidiger Nachbar für Lotte B. unnötiger als ein Kropf und alles andere als ein Glück. Meist sind gute Wünsche zum neuen Jahr Floskeln. Daher gesagt aus alter Tradition. Würg. Freilich nicht immer. Ist das Wünschen von der lauteren Absicht getragen, es dem Gegenüber wirklich gut zu meinen, ist das auch noch keine Garantie für was Gescheites. Denn beim Glückwünschen denken wir wahrscheinlich in erster Linie an „unser“ Glück, also an Dinge, die uns selbst glücklich machen würden. Wer weiß denn schon, was den anderen glücklich macht, vorausgesetzt, er oder sie ist nicht das eigene Kind, der eigene Mann oder die eigene Mutter? Und nicht einmal das ist eine Garantie dafür, Glück und Wünsche zu kennen. Darum ist es wahrscheinlich auch gut, dass sich die guten Wünsche hinter Floskeln verbergen. Denn es ist im Vorbeieilen weder für eine persönliche Glücksananlyse noch für eine herzliche Annäherung Zeit. Ehrlicher als aktiv „Ich wünsch‘ Dir Glück!“ zu rufen, wäre es vielleicht zu warten, bis das Gegenüber „Wünsch‘ mir Glück, liebe Freundin!“ erbittet. Denn nicht jeder wartet aufs Glück. Nicht alle vertragen ständig Glück. Und viele von uns träumen von ganz anderen Dingen.

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