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Die Engel von der Lepra-Insel
Eine kfbö-Delegation nahm in Südkorea eine hohe Auszeichnung für die Arbeit zweier Tiroler Ordensfrauen auf der Lepra-Insel Sorok entgegen. In den 1960er-Jahren startete die „Aktion Familienfasttag“ dort ihr internationales Engagement.

Worte können heilend wirken, gute Taten prägen sich in der Seele jener ein, denen geholfen wurde. Das hat Eva Oberhauser, stv. Vorsitzende der kfbö, jüngst bei einer Reise durch Südkorea erlebt: „Da kam ein von Lepra geheilter, von der Infektionskrankheit aber schwer gezeichneter Mann auf mich zu und erzählte mir, was ihn als Buben am Leben gehalten hatte: Schwester Marianne, sagte er mir, habe ihn mit Reisschleim aufgepäppelt und immer liebevoll mit ihm gesprochen. ‚Einen Löffel für dich, einen für die Schwester, einen für den lieben Gott. Ich wäre ohne sie gestorben.‘“
Über vier Jahrzehnte hinweg haben zwei Tiroler Ordensfrauen mit Unterstützung der „Aktion Familienfasttag“ das Leben der aussätzigen Frauen, Männer und Kinder auf der Insel Sorok verbessert. In einer Zeit, in der das Leid vieler SüdkoreanerInnen nach Krieg und ausländischer Besatzung unermesslich war, packten Marianne Stöger und Margit Pissarek mit bloßen Händen an. Sie sammelten Medikamente und Geld, um ein Haus für die Aussätzigen zu errichten, einen Krankentrakt für Tuberkulose-PatientInnen anzuschließen, einen weiteren für geistig Beeinträchtigte. Die Lepra­station ist heute eine renommierte Pflege- und Forschungseinrichtung.

BESONDERE AUSZEICHNUNG
Für diesen unermüdlichen Einsatz wurden sie jetzt mit dem Manhae-Preis geehrt – einer besonderen Auszeichnung Südkoreas, die bereits an hochrangige Persönlichkeiten wie den Dalai-Lama und Nelson Mandela vergeben wurde. Da die beiden Ordensschwestern seit 2005 wieder in Tirol leben und die Reise in ihre „alte“ ferne Heimat zu beschwerlich gewesen wäre, nahm Eva Oberhauser als Verantwortliche für die Aktion Familienfasttag der kfb stellvertretend für sie die Ehrung entgegen. Begleitet wurde sie von der zweiten stv. Vorsitzenden der kfbö Andrea Ederer und Maria Hauer aus der kfb-Geschäftsführung. In Südkorea wissen viele, dass die beiden damals jungen Frauen, Stöger und Pissarek, „dem Ruf Gottes“ und der Bitte eines südkoreanischen Bischofs folgend in das weit entfernte Armenhaus Asiens aufgebrochen waren. Ihr Wirken hat in dem heute wirtschaftlich blühenden Land fast Kultstatus. Ihre Einrichtungen kann man besichtigen. Ein Museum informiert über ihre Arbeit. Es war eines der ersten Projekte der Aktion Familienfasttag der kfb – „und das zu einer Zeit, als es auch in Österreich nach dem Krieg noch nicht viel gab“, so Oberhauser. Zahlreiche weitere Projekte in Südkorea folgten. „Die Wertschätzung, die der kfb in Südkorea dafür bis heute entgegengebracht wird, ist überwältigend! Ich bin richtig stolz, dieser Organisation anzugehören.“
Vom 6. bis 11. Oktober wird der Pfarrer der katholischen Kirche in Sorok, Kim Veon-jun, Sr. Marianne Stöger und Sr. Margit Pissarek sowie die Diözese Innsbruck besuchen. Auch hier findet eine Ehrung statt.

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Eine kfbö-Delegation reiste für die Ehrung der beiden Ordensschwestern Marianne Stöger (auf dem Bild links in jungen Jahren) und Margit Pissarek nach Südkorea. Mit im Gepäck hatte man „Adelante“-Kaffee von Frauenkooperativen in Honduras und Uganda. © privat

Eine kfbö-Delegation reiste für die Ehrung der beiden Ordensschwestern Marianne Stöger (auf dem Titelbild in jungen Jahren) und Margit Pissarek nach Südkorea. Mit im Gepäck hatte man „Adelante“-Kaffee von Frauenkooperativen in Honduras und Uganda. © privat