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Die Stimme der Scheidungskinder

Die Wiener Psychotherapeutin Sabine Dungl-Nemetz verhilft dem Nachwuchs zum Mitspracherecht.

Eine Scheidung ist für alle Beteiligten ein schmerzhafter Prozess – auch für Kinder. Pro Jahr sind gut 18.000 mitbetroffen. „Nicht selten sehen sie sich als Auslöser, geraten in einen Loyalitätskonflikt und werden zum Spielball für elterliche Rachegelüste. Damit die Situation nicht noch mehr eskaliert, halten sie ihre Emotionen zurück“, weiß Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Sabine Dungl-Nemetz. Sie selbst ist Scheidungskind und wurde vor 30 Jahren „vor vollendete Tatsachen gestellt“. Weil sich am Kommunikationsdefizit bis heute kaum etwas geändert habe, vertritt sie nun die Interessen der Sprösslinge. In Einzelgesprächen können sie ihre Bedürfnisse mitteilen, ohne Gefahr zu laufen, Mama oder Papa zu kränken. „Hier können sie sagen, was sie fühlen, wovor sie Angst haben, wie sie sich ihr Leben vorstellen.“ Bei Scheidungsverfahren, die auf einem außergerichtlichen Konfliktlösungsmodell basieren, agiert Dungl-Nemetz als Kindercoachin.

Erschienen in „Welt der Frau“ 07/15