11

17

Aktuelle
Ausgabe:
Zum Shop
Ei, ei, ei...

Im Internet habe ich vor einiger Zeit gesehen, wie aus Filz die herrlichsten Spielsachen genäht werden können. Besonders die witzigen Nahrungsmittel für das Spielen mit dem Kaufmannsladen oder der Spielküche fand ich entzückend. Zugegeben, es ist schon praktisch ein Atelier voller Materialien, Nähutensilien und Kostüme zu haben für so spontane Eingebungen auch nicht künstlerischer Natur. In einer freien Stunde habe ich mich also daran gemacht, für den Knirps ein Spiegelei, einen Apfel, eine Banane und eine Karotte zu nähen. Es hat wirklich Spaß gemacht ihm zuzusehen, wie er die neuen Utensilien sofort in sein Spiel aufgenommen hat. Er wusste sie auch sofort zu benennen.

Mein lieber, kleiner Schatz – er spielt und spielt – so viele Stunden am Tag. Am Spielplatz im Freien und überall wo er ist. Am Zweitschönsten, gleich nach dem Spielplatz, ist es für mich, ihn beim Spielen in seinem Kinderzimmer zu beobachten. Manchmal darf ich sogar mitspielen. Er hat seine kleine Küche jetzt vollkommen in seine tägliche Spielroutine integriert. Mit Minipfannen, Tellern und einer Teekanne und noch vielen anderen Utensilien spielt er hochkonzentriert und voller Freude. Da werden Spiegeleier gebraten unter Zuhilfenahme des Miniaturschabers, da wird Tee gekocht und eingeschenkt und da werden Kätzchen in der Abwasch gebadet. Irgendwann die letzten Wochen hat er begonnen, zum sogenannten Symbolspiel überzugehen. Er versteht, dass er sein Filzei nicht essen kann und akzeptiert es als ein Symbol für ein echtes Ei. Es muss eine große kognitive Leistung gewesen sein diesen Schritt zu machen und ich habe den Eindruck, dass ihm dieses neue Verhalten wirklich einen Riesenspaß bereitet. Ich freue mich darauf weiter zu beobachten, wie er peu en peu seine ureigene fantastische Phantasiewelt erschafft.