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Ein heller Stern …<br>ab 2 Jahren

Bilderbücher öffnen oft ein Fensterchen zurück in unsere jeweils eigene Kindheit.

Unter den ersten, die ich zu sehen kriegte, waren die von Hilde Heyduck-Huth, einer der Ikonen des Bilderbuchs der 70er. Ihr „Weihnachten“ von 71 ist seit ich denken kann mein absolutes Lieblings-Bilderbuch zum Thema. (Das muss um die Zeit gewesen sein, als das kleine 17 Monate alte „Ronkerl“ zu Weihnachten partout nichts außer Senf und Sauerkraut essen wollte … sauer macht lustig!)

Glücklicherweise hat sich der Atlantis-Verlag 2012 endlich einer Neuauflage angenommen – und das Ergebnis ist ein Traum! Die Bilder wurden ab den Originalen, entlehnt aus dem Museum in Troisdorf (www.bilderbuchmuseum.de/), lithografiert und sämtliche Abläufe und Zustände mit der Illustratorin besprochen, so Hans ten Doornkaat, Programmleiter und Lektor: „Frau Heyduck-Huth war mit allen Details restlos einverstanden.“ – „Wir sind keine Glimmer-Kitsche und X-Mas-Klamauk-Bude“, meint er, und dafür bin ich ihm so dankbar.

Öffnet man den Buchdeckel, so präsentieren sich die Bilder hinter einer edlen samtigen Mattheit, die die Farben aus sich heraus leuchten lässt. Zwischen all den hochglanzlaminierten Kinderpappen, die uns mit Glitzer- und  sogar Leucht- und Toneffekten aufdringlich entgegenblinken, tut uns das richtig wohl und passt wunderbar zur klaren Botschaft der unspektakulären Geburt eines armen Kindes im Stall.

Bei genauem Blick erkennen wir die Textur des Maluntergrundes, die einzelnen intensiven Farbtöne, aus denen sich die Figuren zusammensetzen. Die Tafeln strahlen eine Ruhe und einen Frieden aus, der mich jedes Mal wieder ganz andächtig werden lässt.

Der Stern. Die Hirten bei den Schafen auf dem Feld. Der Engel. Viele Engel. Drei Könige aus einem andern Land. Die Leute. Alle folgen dem Stern und finden das Kind bei Maria und Josef im Stall. In Windeln gewickelt in einer Futterkrippe auf Heu und auf Stroh. Von warm atmenden Kuh- und Pferdeschnauzen umgeben. Und alle, die das gesehen haben, gehen froh wieder nach Hause, Erwachsene mit Kindern an der Hand, und erzählen es weiter.

Das Evangelium für die Allerkleinsten und alle im Haus.

Bis heute gehört das Buch bei uns einfach dazu am 24.

 

Neu zu entdecken ist die diesjährige Novität „Weihnachtsspuren im Winterwald“ http://www.ofv.ch/index.php?action=titel_detail&id=15363

 

Heyduck-Huth: Weihnachten.

Pappband, ab 2 Jahren

Atlantis Verlag 2012

ISBN 3-7152-0644-6

EUR 13,40

Veronika Mayer-Miedl

wurde 1971 geboren und lebt als Buchhändlerin in Ottensheim (OÖ). Als Mitarbeiterin des „Kleinen Buchladens“ sieht sie sich als Vermittlerin – als Leseanimateurin für Kinder besucht sie Bibliotheken und Kindergärten. Ein Fernkurs für Kinderliteratur an der „STUBE Wien“ während ihrer dritten Karenz war ein Glücksfall. Begegnungen bei Seminaren im „Kinderbuchhaus“ gaben neue Ausrichtung und inspirierten zu Referententätigkeit übers Bilderbuch. Mit ihrer schauspielenden Freundin teilt sie neuerdings die Leidenschaft für das japanische Erzähltheater „Kamishibai“ und tritt fallweise als Grille oder sogar Meerjungfrau auf.

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