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Es wird Zeit

Um halb sechs in der Früh werde ich von einem dumpfen Pochen im Bauch wach. Ich fühle mich unwohl und bin besorgt. Ist das schon eine echte Wehe? Geht es vielleicht schon los? Die Übungswehen hatten sich doch ganz anders angefühlt. Mein Mann, den ich vor Sorge geweckt habe, legt sein Ohr auf meinen Bauch und kann auch keine Erklärung für das krampfartige, rhythmische Pulsieren in meiner Körpermitte finden. Nach Konsultation der Suchfunktion meines Smartphones poppt die erlösende Diagnose auf: Schluckauf! Unser Baby hat Schluckauf und das ist der Grund, warum es minutenlang in meinem Leib gebeutelt wurde und ich obendrauf. Wir kichern und freuen uns über dieses lustige und merkwürde Spektakel in meiner Körpermitte und nach zehn Minuten ist die Show vorbei. Am nächsten Tag erzähle ich den werdenden Omas und Uromas von dem unterhaltsamen Zwischenfall und ernte dafür Begeisterung und einen Vorgeschmack auf viele schöne Momente, die ich bald mit ihnen teilen kann.

Die entzückende Schluckaufepisode unseres Kindes hat mich nun endgültig dazu veranlasst meinen Krankenhauskoffer zu packen, nachdem ich das schon seit Tagen auf die lange Bank geschoben habe. Was gehört denn nun in dieses ominöse Behältnis? Das Internet ist voll mit kilometerlangen Listen, die eher so wirken als würden sie einen auf eine mehrwöchige Extrembergtour oder einen Ausflug auf den Mars vorbereiten. Wie grundsätzlich in der Schwangerschaft, das durfte ich schon lernen, wird alles nur halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich versuche herauszufinden, was wirklich notwendig ist und welche besonderen Extras mir vielleicht den Aufenthalt noch etwas angenehmer gestalten würden. Ohrstöpseln, Schokoriegel und ein XXL-Fächer sind definitiv Fixstarter, ebenso Kuschelsocken und eine stattliche Kameraausrüstung. Jetzt, da der Koffer bereit für den Abtransport neben meinem Bett steht, bin ich wieder etwas beruhigter und sehe dem Beginn der Geburt unseres Sohnes gelassen und vergnügt entgegen. Wir werden sehen, wie lange sich der Kleine noch Zeit lassen wird und was die letzten Tage als Hochschwangere noch für mich bereithalten.

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