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Förderland

Das proppenvolle Kinderzimmer, das ständige Gefühl etwas Tolles, Aufregendes, Anregendes herzaubern zu müssen, die Angst etwas an Entwicklung zu verpassen oder ein Talent nicht zu erkennen. Sehr leicht lässt man sich als Elternteil von der Förderwalze überrollen und stellt die eigene Intuition in Bezug auf die Beschäftigung mit dem eigenen Kind in Frage. Im Bekanntenkreis gibt es verschiedene Ausprägungen dieser Sorge um das geistige Wohlergehen des Nachwuchses. Manche lassen schon im Babyalter keinen Pekipkurs, keine musikalische Frühförderung und kein Mozart-Babysymphonieorchester aus, um nur ja nichts falsch zu machen und andere wiederum sind der Meinung, so ein kleines Familienmitglied müsse bis zu einem gewissen Grad auch mitlaufen mit der Familie und seine Inspiration aus dem Alltag ziehen. Signifikant ist dabei, dass die Mehrkindfamilien tendenziell eher der zweiten Fraktion angehören. Im größeren Familienverband relativieren sich wohlmöglich mache Ein-Kind-Vorstellungen.

Je mehr ich mit damit beschäftige, auch aus wissenschaftlicher Sicht, desto mehr kristallisiert sich die Erkenntnis heraus, dass diese (Über)forderung und Förderung aus einem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit kommt und aus den Ängsten, das eigene Kind könnte auf der Strecke bleiben, dem künftigen Leistungsdruck nicht standhalten und nicht fit genug sein für die Zukunft. Ich finde, in Zeiten flächendeckender Burnouts und psychosomatischer chronischer Stresskrankheiten scheint es viel wichtiger, den Kindern ein gutes Selbstwertgefühl, die Wichtigkeit der Achtsamkeit und Sorge um sich und das Gefühl der absoluten (Selbst)Liebe trotz möglicher Imperfektionen zu vermitteln.

 

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