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Alisa Buchinger (23) ist Karate-Europameisterin und schult Mädchen und Frauen in Selbstverteidigung.
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© Ewald Roth

Wie trainieren Sie Ihren Geist und Ihre Wachsamkeit?
Alisa Buchinger: Durch Mentaltraining und selbstmotivierende Übungen. Außerdem glaube ich an mich und eine höhere Macht. Deshalb bekreuzige ich mich vor jedem Ringkampf, aber auch in Situationen, in denen ich Unterstützung von oben benötige.

Manche Männer prügeln sich nicht untereinander, sondern greifen Mädchen und Frauen an …
Männer, die physisch schwächere Frauen körperlich attackieren und sich dann auch noch stark fühlen, sind keine richtigen Männer, sondern Menschen mit großen Komplexen, die ihre Aggressionen nicht unter Kontrolle haben. Sie wissen, dass sie stärker sind, und nutzen das schamlos aus.

In Indien wird, so die Statistik, alle 20 Minuten eine Frau Opfer einer Vergewaltigung. Sie waren dort, um Mädchen in Karate zu unterrichten. Ihre Übungen führten Sie demonstrativ an einem männlichen Kollegen vor. Warum?
Weil es ganz entscheidend ist, dass die Mädchen sehen, dass sich eine Frau gegen einen Mann verteidigen kann. Allein das stärkt das Selbstbewusstsein und fördert das Weltbild der Frau. Auch hierzulande biete ich solche Selbstverteidigungskurse in Schulen an.

Wie wehrt man sich als Frau bei einem Überfall?
Frauen sollten den Täter anschreien und ihn klar zurückweisen. Ignoriert er das und greift die Frau an, kann ein Tritt in den Genitalbereich oder ein heftiger Schlag auf die Schläfen helfen. Oder man sticht ihm die Finger in den Halsbereich. Am besten denkt man immer daran, dass man siegen wird!

Die Salzburgerin Alisa Buchinger ist Tochter einer Sprechstundenhilfe und eines Polizisten. Karate macht sie seit ihrem fünften Lebensjahr. Privat wurde sie noch nie attackiert. Ihr Lebensmotto lautet: „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter!“ Sie liebt Actionfilme, Musik, Sport und ihre FreundInnen. 

Erschienen in „Welt der Frau“ 0708/16 – von Petra Klikovits