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Frau Santa Christmann

Jedes Jahr fange ich spätestens im September an, mir erste Gedanken zu Geschenken und potentiell Beschenkten zu machen. Tradition haben bereits gedruckte Weihnachtskarten mit einem mehr oder weniger besinnlichen, persönlichen Motiv. Auch schon etabliert haben sich zeitraubende Selbermachsessions, in denen mein Künstlerinnenatelier kurzerhand zur Bastelstube wird. Wie absurd, als Künstlerin ein kreatives Hobby zu haben. Kann man sich als prekär Arbeitende überhaupt Freizeit oder Hobbys leisten? Zurück zu meiner aktuellen Bastelbastion inklusive vorprogrammierter Unzufriedenheit, verursacht durch Perfektionismus und Scham über die doch meistens eher peinlich als wirklich stylish oder toll aussehenden Exponate.

Warum ich mir immer wieder einbilde, nur selbstgemachte Geschenke sind das Wahre? Ich weiß es nicht. Eine Woche vor Weihnachten stehen Sackerl und Schachteln mit viel unvollendetem Kram herum und nagen an meiner guten Laune. Ich werde nur einen Bruchteil dessen schaffen, was ich mir vorgenommen habe. Wenigstens viel Recycling und nicht zu kostenintensiv lüge ich mir in die Tasche, aber trotzdem – eine Fehlplanung. Wie immer der klassische Fehler: das Zeitmanagement. Als wäre ich nicht aus den zahllosen Fehlgriffen schlau geworden. Alles dauert grundsätzlich drei Mal so lange wie veranschlagt, und etwaige Krank-, Schlaf- und Duschzeiten sollten auch berücksichtigt werden.

Nächstes Jahr schenke ich dann nur Tankgutscheine, Pralinen und Parfums oder ähnlich Nützliches. Bitte erinnern Sie mich daran, falls ich mich wieder Bastel- und Recyclingphantasien hingebe, in denen meine Lieben mit Staunen und Dankbarkeit mit abenteuerlichen Kreationen beschenkt werden, von denen sie nicht zu träumen gewagt hätten! Wir werden auch dieses Weihnachtsfest gut über die Bühne bringen, ob mit oder ohne Bastelzeugs, weil es ja ohnehin nicht darauf ankommt, was geschenkt wird sondern darauf, dass man den liebsten Menschen zeigt, was sie einem bedeuten. Mit einer herzlichen Umarmung, einem anteilnehmenden Gespräch und einer menschlichen Geste ist vielleicht oft mehr gewonnen. Frohe, gesegnete Weihnachten!

 

 

 

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