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...Freiheit...

Zurück vom Sonntagsspaziergang? War in der Ecke, in der Sie wohnen, das Wetter auch zum Verrücktwerden schön? Der Frühling ist da, in voller Dröhnung, und das Wort Dröhnung beziehe ich auf mancherlei. Sie haben sie auch gehört und gesehen, nicht wahr, die vielen jungen Leute auf ihren Mopeds. Maschinen, die Freiheit, Erwachsensein und Coolness bedeuten für fahrende 15jährige, für mitfahrende Zumteilnochjüngere.

Sie sind so glücklich auf ihrem fahrbaren Untersatz, die Sonne lockt sie zuhauf auf die Straßen, dem Glück entgegen, den Freunden zu. Ich betrachte die vorbei flitzenden Kids, deren Sauger ein wirklich elendiges hochfrequenziges „Quwwiiiiiii“ erzeugen, mit gemischten Gefühlen. „Fühlt euch frei und glücklich, ihr jungen Hasen“, möchte ich ihnen zurufen und gönne ihnen ihre ersten Reizerfahrungen ins Erwachsenenleben. „Steigt sofort auf die Bremse und schaut zehnmal links und rechts, bevor ihr in die Kurve fährt“, ruft ihnen mein besorgtes Mutterherz zu. Das nächste Multi-Quwwiiiiii der heranfahrenden Gatschhupfergruppe lässt mich an die Mopedzeit meiner Tochter und meines Buben denken. Ist lange her, Gott sei Dank, aber tief in mir drinnen fühle ich noch ganz genau, was ich damals fühlte, wenn sie sich eine halbe Stunde verspätet hatten und nicht anriefen. Es wird doch nicht …. Keuch, stöhn!

Sie fahren an mir vorbei, die Kids, als gäbe es weder Steinchen auf der Straße noch Hunde, die unerwartet auf die Fahrbahn springen. Und ihre Augen stahlen genau noch so, wie die Augen der jungen Schätzchen aussehen, die annehmen, die Welt wäre ausschließlich die ihre, sie wären unverwundbar und ewig jung. Wir würden sie so gerne beschützen, nicht wahr, besonders in diesem Alter, wo es einfach schon um mehr geht als von der Schaukel fallen. Aber die Zeit, sie mehr und mehr frei zu geben, lässt sich nicht aufhalten. Ich denke an meine wilden Jahre. Ich war damals eines der wenigen Mädchen, das Moped fuhr. Und ich denke – gut, dass meine Mutter es nie erfahren hat – an eine meiner ersten heimlichen Mopedfahrten mit 13, als ich erst einen Mistkübel, dann einen Wahlplakataufsteller überfuhr und letztendlich mit dem Bein unter dem Moped zu liegen kam, den heißen Auspuff am Wadel (sieht man noch heute). Hab mir eine schöne, glaubwürdige Geschichte zusammen gelogen für Mama, die so gar nichts mit einem Moped zu tun hatte. Man kann niemandem seine Erfahrungen abnehmen. Ich wünsche allen Mopedmädchen und Mopedjungs, dass nie mehr passiert, als eine Brandblase am Wadel, euch Kids, und euren Müttern wünsche ich das!

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