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Gartenglück im Winter?
Unlängst zappe ich mich durch das TV-Programm und bleibe an einer Reportage über Gartenarbeit im Winter hängen. Da erzählen Experten ganz begeistert, dass man/frau auch im Winter nicht auf Gartenglück verzichten muss. Viele Salate und Gemüsesorten überstehen Kälte, sogar Minustemperaturen und der eifrige Gärtner/die glückliche Gärtnerin mit dem grünen Daumen muss auch im Winter nicht auf frische Vitamine verzichten.

Das lässt leisen Groll in mir aufsteigen. Was hab ich mich heuer im Sommer geplagt, um wenigstens ein paar eigene Häuptel Salat in meinem Garten heranzuziehen. Ich wollte meinem Mann, der Häuptelsalat liebt, damit eine Freude machen.

Frühere Versuche waren leider bereits gescheitert. Einmal kaufte ich dafür ein Miniglashaus bei Hofer – nichts! Ein andermal versuchte ich die Pflanzen im Freien auszusetzen. Das war eine Freude! Aber nicht für uns, sondern für die Schnecken, die am dritten Tag nicht einmal mehr irgendeinen Rest von Pflanzen erkennen ließen.

Und so wollte ich es heuer ganz schlau angehen, und setzte die Jungpflänzchen in Balkonkisterl. Alles lief nach Plan. Die Schnecken kamen zwar auch bis zur Terrasse, aber in überschaubarer Zahl, ich konnte sie entfernen. Dann kam der erste Urlaub. Ich stellte die beiden Kisterl zur Nachbarin, die ein Auge darauf werfen wollte. Ich brauche nicht extra zu erwähnen, dass sie und meine anderen Nachbarn wunderbare Gemüsegärten haben, wo alles das ganze Jahr über prächtig gedeiht!
Als wir zurückkamen, war die Erde in den beiden Kisterln Schlamm, es hatte nämlich durchgeregnet! Ich wechselte die Erde aus, und um ganz sicher zu gehen, stellte ich die Kisterl nun auf den Balkon. Da hatte ich sie ständig im Blick und konnte sie täglich gießen. Und es gab hier ganz bestimmt auch keine Schnecken. Ich hegte und pflegte meine Pflanzen und die Stauden wuchsen ziemlich kräftig. Doch nicht in die Breite, in die Höhe! Keine Verdichtung der Blätter war zu sehen. Wie sollte das ein Häuptel werden, mit einem festen Herz innen drin? Um zumindest einen kleinen Erfolg vorweisen zu können, schnitt ich nach einigen Wochen ein „Häuptel“ heraus und machte daraus einen mickrigen Salat, pries ihn aber in allerhöchsten Tönen an. Auch wenn es nur an die zwanzig Blätterchen waren, es war schließlich Salat aus eigener Ernte!

Um die Geschichte abzukürzen, das Ende der Geschichte zeigt das Foto.

Und jetzt kommt man daher und erzählt etwas von Wintergarteln! Da kommt schon leichter Ärger in mir hoch. Wer zeigt mir zuerst einmal Sommergarteln?!

Anneliese Pflügelmayr

arbeitete als Pädagogin und Mediatorin. Zuletzt war sie an der Pädagogischen Hochschule OÖ tätig, wo sie Deutschdidaktik unterrichtete und gemeinsam mit KollegInnen einen Lehrgang für Peermediation aufbaute. Seit einem einjährigen Aufenthalt als Austauschschülerin in den USA engagiert sie sich als Freiwillige für Jugendaustausch und diverse Sozialprojekte. Kommunikation und Begegnung mit Menschen sind ihr wichtig. In ihren Beiträgen wirft sie einen augenzwinkernden Blick auf das Alltagsleben als Seniorin, in dem sich vielleicht auch so manche Leserin wiederfindet.
Ihre Devise: Mit kritischer Distanz und Humor sollte sich doch das Älterwerden etwas leichter bewerkstelligen lassen!

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