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Geodin

 

Wenn es gelingt

den dicht gewobnen Zeitvorhang zu heben

 

so siehst du bald

in feinste Menschenhaut gewickelt

neu angefachtes Leben

 

Die alte Seele wartet

hinter jungen Lidern

 

und wundersam

wie glatte rosenfarbne Höhlenwände

 

den Schlag des Herzchens

oft

und oft

erwidern –

 

Auch du bist eine Höhle

bist ein Zelt

 

Gesegnet sei dein Raum

in dieser Welt

 

 

(Ursula Kraft – Gedichtband „Steine schleifen“ – Buchecker Verlag)

 

Das Wort „Geodin“ ist eine Worterfindung der Autorin Ursula Kraft – in Anlehnung an Geode (eine Steinkugel, in deren Hohlraum sich Kristalle gebildet haben).

Im Gedicht ist diese geschützte „Höhle“ der Raum, in dem sich neues Leben bildet, also ein Kind heranwächst.

Die „Geodin“ ist die Frau und Mutter, die das neue Leben in sich trägt.

 

Allen Leserinnen und Lesern meine innigsten Segenswünsche für eine frohe und friedvolle Weihnachtszeit!

Renate Reitinger

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