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...Goldmedaillen für AlltagsheldInnen...

Haben Sie was mitgekriegt von den Olympischen Winterspielen? Ein bisschen was? Ich auch! Hin und wieder ein Schirennen, gelegentlich den Eistanz, manchmal die Bobfahrerinnen. Gestern und heute, schon ganz am Ende des Sportspektakels, haben die österreichischen Damen in verschiedenen Bewerben ganz schön abgeräumt, und wenn ich auch nicht der aller enthusiastischte Sportfan bin, das freut und rührt mich dennoch und erfüllt mich mit Stolz. Topsportlerinnen und Topsportler leisten Großes für ihr Land, keine Frage. Und zu Recht stehen sie im Rampenlicht, um sich die Belohnung, die Medaille samt öffentlicher Beifallsbekundung, abzuholen.

Es gibt aber noch viele andere Frauen, die Großes für ihr Land geleistet haben, wenn auch im Verborgenen und ohne dafür eine Medaille zu kriegen, finde ich. Ich denke an die Heldinnen der Kriegs- und Nachkriegszeit, die ihre Kinder mit so gut wie nichts im Topf durchgebracht haben, und ihre heimgekehrten Männer, Söhne, Nachbarn mit Stoffstreifen aus ihren letzten Unterröcken verbunden haben. Ich denke an die vielen unbedankten Kinderbetreuungsstunden tüchtiger Frauen, deren fester Art und geduldiger Sinn vielleicht der Ausgangspunkt eines guten Lebens auf geraden Wegen für ihren Schützling war. Sie wissen schon: Vorbild und liebende Anleitung. Ich denke an Frauen in pflegenden Berufen, an zuhause Pflegende, die Leben und manchmal sogar Seelen retten. Ich denke an gute Geister beiderlei Geschlechts, die menschliche Höchstleitungen erbringen, ohne eine Goldene dafür zu bekommen.

Wir übersehen sie oft, die Heldinnen und Helden des Alltags, die einem Fels in der Brandung gleich Orientierung, Stabilität und Ankerplatz sind. Oft genügt ein gütiges Wort, eine kräftige Umarmung, eine gemeinsam durchweinte Nacht, um das Ruder herumzureißen und den eingeschlagenen Weg doch noch sicher bis an ein Ziel zu gehen. Dabei geht es nicht um Zeit oder Sieg. Es geht um das Leben, das echte Leben. Es geht um alles. Nicht mehr, und nicht weniger.

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