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Heiße Suppe gegen Lohnsklaverei
Suppenessen zugunsten der Aktion Familienfasttag finden in ganz Österreich statt. In Wien lud Nationalratspräsidentin Prammer dazu ein.
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Die Arbeitsbedingungen in südindischen Textilfabriken sind oft miserabel. Inderinnen unterschreiben eine Petition.

Fast 300 Gäste kamen im März unter dem Motto „Teilen macht stark“ zum Benefiz-Suppenessen ins Wiener Palais Epstein – es war der Höhepunkt der diesjährigen Aktion Familienfasttag, zu dem Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und die Katholische Frauenbewegung eingeladen hatten.

Im Mittelpunkt stand dabei weniger die Prominenz aus Politik und Gesellschaft, sondern jene Mädchen und Frauen, die Tausende Kilometer entfernt in südindischen Textilfabriken schuften. Von den verheerenden Arbeitsbedingungen dieser modernen Lohnsklavinnen berichtete Barbara Haas, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, die gerade aus der Region zurückgekommen war. Ihre Schilderungen waren eindringlich und zeigten, wie notwendig die Hilfe aus Österreich ist: „Uns allen fiel schon nach wenigen Stunden das Atmen schwer“, erzählte Haas.

Benefizsuppenessen anlaesslich des Weltfasttages 2014

In Wien lud Nationalratspräsidentin Barbara Prammer zum Benefiz-Suppenessen prominente Gäste ein (v.l.n.r. Margit Fischer, Arockiasamy Britto, Barbara Haas, Barbara Prammer).

Die Arbeiterinnen dort mussten bei 32 Grad Außentemperatur unter unerträglicher Hitze in den lauten, stickigen Hallen spinnen. Ohne Schutzkleidung. Barfuß. Sie seien es, die den Preis für die Billigwaren zahlten. Haas hat aber auch gesehen, wie die Hilfe aus Österreich wirkt. Davon berichtete Arockiasamy Britto, Leiter jener Menschenrechtsorganisation, die von der kfb tatkräftig unterstützt wird. „Wir gehen in die Dörfer, wir schaffen Bewusstsein über die Arbeitsbedingungen.“ Opfer des ausbeuterischen Systems reden mit den Eltern. AnwältInnen unterstützen Frauen vor Gericht. Unterschriften aus Österreich geben Rückenwind bei der Forderung nach Einhaltung von Gesetzen.

 

Spendenkonto der Aktion Familienfasttag

IBAN: AT 866 000 000 001 250 000, BIC: OPSKATWW
Unterschriftenliste und weitere Infos unter: www.teilen.at

 

Der Stoff, aus dem die Hilfe ist

Mehr Druck machen
Benefizsuppenessen anlaesslich des Weltfasttages 2014Margit Fischer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrates, hat in Südindien gesehen, was es heißt, dort als Textilarbeiterin tätig zu sein. „Mir hat es alles zugeschnürt. Wie soll ich hier jetzt schöne Stoffe kaufen, wenn ich weiß, dass nur ganz wenig Erlös bei den Arbeiterinnen ankommt? Trotzdem, wenn man es nicht tut, dann bekommen sie überhaupt nichts. Das ist eine Zwickmühle. Wir müssen Druck machen und sagen, dass wir es nicht zulassen, dass wir billige Sachen auf Kosten der Arbeiterinnen erwerben.

 

Neue Kraft für Indien
Benefizsuppenessen anlaesslich des Weltfasttages 2014„Wir konnten durch die Unterstützung der Katholischen Frauenbewegung schon Veränderungen erreichen. Die Kampagne hier und die Unterschriften helfen uns in Indien, damit wir die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Mädchen weiter verbessern.“Arockiasamy Britto, Leiter der Menschenrechtsorganisation „Vaan Muhil“

 

 

Solidarität ist wichtig
Benefizsuppenessen anlaesslich des Weltfasttages 2014Nationalratspräsidentin Barbara Prammer unterstützt seit vielen Jahren die Aktion Familienfasttag. Als Gastgeberin des Benefiz-Suppenessens hob sie den wertvollen Beitrag hervor, den die kfb zu mehr Gerechtigkeit leistet. „Ich finde es bemerkenswert, dass es der Katholischen Frauenbewegung gelingt, nicht nur Geld zu sammeln, sondern auch Themen zu transportieren. Das ist oft wesentlich schwieriger.“

Fotos: Parlamentsdirektion/Bildagentur Zolles KG/Christian Hofer, CACCS

Erschienen in „Welt der Frau“ 04/14 – von Romana Klär