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Helga Hofer und die Mondsichel
In der Galerie Pehböck im oberösterreichischen Narrn zeigt die Malerin Helga Hofer ihre neuen Werke.

„Die Malerei war so weit weg für mich“, erzählt Helga Hofer. Doch schließlich hat sie sich vorgenommen, es in einer ausgewählten Woche wieder zu probieren. „Und dann ist es geflossen, als ob es nie unterbrochen gewesen wäre.“ Vor zwei Jahren ist Franz Xaver Hofer gestorben, Helga Hofers Ehemann. Danach blieben Pinsel und Farben unbenützt. Mit 16 hatte sie ihn kennengelernt, den 13 Jahre älteren Lehrer. Beim ersten Treffen nahm er sie an der Hand und sagte: „Jetzt lasse ich dich nie wieder los.“ Mit 17 kam ihre Tochter zur Welt, mit 18 die Zwillingssöhne.  Irgendwann hat Helga sich entschieden, mit dem Malen zu beginnen. Immer waren es Serien, Themen, die sie so lange ausschöpfte bis der Strom der Ideen, der Bilder in ihr von selbst versiegte.

Ihre neue Serie heißt: „Die Taten der Mondsichel“. Die kleine Galerie Pehböck zeigt sie als erste. In einem unauffälligen Stockhaus nahe des Sportplatzes im Donauort Naarn (OÖ) hängen die Bilder an der Wand. Große und kleine Formate, Öl auf Leinwand. Häuser, Vögel, Blätter. In ganz neuen Farben, sehr stimmig, berührend. Wie Traumbilder aus Zwischenwelten wirken sie. Und überall die Mondsichel. Es gibt ein Gedicht von Franz Xaver Hofer, mehrere Gedichte sogar, die sich mit dem Mond und der Mondsichel beschäftigen. Die Mondsichel ist nun wohl die Verbindung zwischen Helga und ihrem verstorbenen Mann. Auf einem schmalen hochformatigen Bild ist eine Leiter an die Mondsichel angelehnt. Als ob jemand darauf hinaufsteigen und die Leiter dann umwerfen wollte.

„Das sind Bilder, die Franz noch nicht gesehen hat“, sagt Helga. Sie liest aus einem autobiografischen Text vor. Am Ende des Textes hatte sie 2011 geschrieben, sie sei ein vollkommen glücklicher Mensch. „Gilt das heute auch noch?“ habe sie sich gefragt. Sie sei zur Meinung gekommen, ja, denn sie sei Franz so dankbar, das mache sie glücklich. Die Mondsichel scheint das zu bestätigen.

Tipp: Die Ausstellung „Die Taten der Mondsichel“ von Helga Hofer ist noch bis 5. Juni in der Galerie Pehböck in 4331 Naarn, Unionstrasse 4, zu sehen. Geöffnet nach Vereinbarung: 0664 480 79 23, www.pehboeck.at, kunst@pehboeck.at

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