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...im System...

In einigen Bundesländern beginnt morgen die Schule wieder. Und die ein oder andere Tochter, der ein oder andere Sohn, hat wenig Freude mit dem Ende der Ferien. Selbst, wenn sie nichts anderes boten als Ausschlafen, Mithilfe im Haushalt, Kleiderschrank ausmisten. Nicht jedes Kind ist ein ausgesprochener Schulgenießer, die Verweigerer, Motzer, Nörgler, Morgenkreischer, Bummler und leider den Bus Versäumer – es gibt sie in großer Zahl. Und ihr, der großen Zahl jener, stehen genau so viele genervte, verzweifelte, schimpfende, antreibende, motivierende, überredende und beeindruckende Geschenke für schulisches Wohlverhalten in Ausssicht stellende Mütter und Väter gegenüber. Oft ist Schule Stress und Druck pur. Für alle, die Kinder, die Eltern, die Lehrer.

Ich denke an die Zeit, als meine wundervollen Kinder noch die Schulbank drückten. Auch ich hatte gelegentlich mit Verweigerung, morgendlicher Extremgriesgrämigkeit und rüden Worten schon vor dem ersten Frühstücksbrot zu kämpfen. Und an meine Schulzeit mag ich da noch nicht einmal denken. So ein Kind wie ich es war wünsche ich mir bestensfalls selbst, aber sicher niemand anderem. Ich passte nie „ins System“, wenn man’s genau nimmt. Ich bin eigentlich recht froh, kein Schulkind mehr zu haben. Alleine schon wegen der nervigen Müttervergleichskämpfe in den Ferien („unser Philip hat lauter Einser“, „die Lehrerin sagt, niemand ist so fleißig wie unsere Betty“, „was hat denn deine Prinzessin für Noten?…“).

Ich hielt mich da gerne raus, wusste immer, dass die große, alles beherrschende Überschrift „die Schulnoten sind das Wichtigste“ weder für meine Kinder, noch für mich je gegolten hat. Bei mir hieß es immer „sich wohl fühlen in der Schule, ein gutes Gefühl für die eigenen Kompetenzen und Talente zu entwickeln, ist das Wichtigste“. Und das Leben gab mir recht. Ich weiß, es werden nun einige entsetzt den Kopf schütteln und mich streng abmahnen und am End‘ belehren wollen. Machen Sie ruhig. Kann damit leben.

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