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In Watte gepackt

Babybadewanne einräumen, Babybadewanne ausräumen, auf die Jagd nach einem versehentlich geöffneten Geschirrspüler gehen, Steckdosen ausfindig machen, Brösel vom Boden aufpicken, durch den aus einer Schachtel umgebauten Babytunnel flitzen und besonders beliebte Utensilien wie Schneebesen und gefüllte Plastikflaschen gekonnt herumwirbeln. Unser mobiler Sprössling dreht mit seinem neugierigen Näschen in der Luft völlig elektrisiert vor Abenteuerlust neuerdings seine Entdeckerrunden in der Wohnung. Alles wird auf Spieltauglichkeit überprüft und nichts scheint für ihn zu uninteressant oder untauglich. Die seit Weihnachten aufgeschobene Aktion „babysichere Wohnung“ wird nun endlich umgesetzt, da wir die kleine Laufente sonst entweder an der Leine halten oder nur mehr herumtragen müssten, was bei zehn Kilo und einer Körperlänge, die uns mehr an ein Kindergartenkind erinnert als an ein Baby, nicht mehr ganz so einfach ist – Tragetuch hin oder her.

Wie eine schwerfällige Robbe bewege ich mich über den Boden, um aus seiner Perspektive mögliche Fallen zu entdecken. Dabei komme ich mir nur ein bisschen dumm vor, schließlich sind wir ja keine Hellseher und woher sollten wir sonst wissen, was bei unserem Rabauken an Sicherheitsvorkehrungen notwendig ist. Daneben bereite ich mich seelisch auf seine erste Blessur vor, die bestimmt früher oder später kommen wird. Ruhig bleiben, gut und schnell reagieren, keine Panik verbreiten – das alles nehme ich mir vor, wenn es das Sternchen zum ersten Mal ordentlich sternt (hoffentlich erst in der Volksschule). Ich kann unseren Goldschatz leider nicht in Watte packen und von überall höre ich, dass es auch sinnvoll ist, wenn auch Babys im zarten Alter schon ihre körperlichen Grenzen kennenlernen dürfen. Das stärkt und macht sicher, so der Tenor. Wir werden sehen, wie ich persönlich mit dieser Angelegenheit erziehungstechnisch umgehe. Jedenfalls legt unser Wirbelwind ein rasantes Tempo vor, und viel Zeit zum Überlegen bleibt mir nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

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