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Kulturelle Unterschiede, Tradition, Aberglaube

Auch, wenn wir uns in Lesotho vom ersten Tag an wohl und willkommen fühlten, konnten wir es nicht vermeiden, in das eine oder andere Fettnäpfchen zu treten. So bedeutet zum Beispiel ein Händeverschränken hinter dem Rücken, dass man unglücklich ist und seine ganzen Sorgen auf dem Rücken trägt. Außerdem ist es untersagt oder zumindest äußerst unhöflich, auf den Treppen vor der Eingangstür zu sitzen, da man so den Eingang zu seinem Haus versperrt und keine Gäste einlassen will. Bevor man in ein Haus eintritt und klopft, ruft man ganz laut: „ko ko“, um sich anzukündigen. Die Größe eines Kindes oder eines Erwachsenen zeigt man an, in dem man die Hand spitz formt (alle Finger zusammen). Mit der flachen Hand (so wie in Österreich) werden nur Tiere gemessen. Auch waren die Kinder der Pre-School ganz verwirrt, als ich mit den Fingern bis 10 zählte. Anstatt mit dem Daumen zu beginnen, startet man hier mit dem kleinen Finger, also: kleiner Finger=1 und Daumen=5. Glücklich schätzen können sich alle Basotho, die im Sommer Geburtstag haben. Dem Geburtstagskind wird nämlich, egal ob Sommer oder Winter, ein Kübel Wasser über den Kopf geschüttet.

Außer diesen kleinen Verhaltesunterschieden, müssen wir uns noch mit einem weit verbreiteten und oft tief sitzenden Aberglauben auseinandersetzen. Verschränkt man die Hände hinter dem Kopf, beschwört man großes Unglück herauf, denn dies bedeutet, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ein Mitglied der Familie sterben wird. Zum Schluss noch der wohl lustigste Aberglaube: Wundern darf man sich nicht, wenn Leute mit einem Stein in der Hand das Klo betreten. Mit einem Stein auf dem Kopf geht nämlich vieles einfacher…

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