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KW 14/2014: Krachding

Ich habe ihn gerade noch erwischt, als er – eigentlich ganz harmlos ruhiggestellt – vor meiner Haustür lag. Massig, kräftig, staubbepickt. Machen wir es kurz: Dieses (oder ein ähnliches) Ding hat die letzte Woche zur Hölle gemacht. Du Scheißkerl.

Ich wohne im dritten Stock, und genau über mir, über meinem Kopf, wird jetzt das Dach ausgebaut. Es kündigte sich in langsamen Etappen seit Wochen an. Mal hörte man Schritte oben, mal wurde etwas über den Boden gezogen. Bauarbeiter waren im Haus, installierten einen Starkstromkasten, bauten Gerüste.

Am Montag in der Früh dann legte der Presslufthammer los, und zwar mit solcher Gewalt, dass ich fast lachen musste, weil so unmissverständlich klar wurde: Krach ist nicht vorstellbar, bevor er da ist. Himmel und Erde bebten, die Luft knatterte, dröhnte, kreischte. Das Hämmern versetzt den Körper in eine eigenartig beklemmende Panik. Wie eine Zwangsjacke legte es sich um mich, lähmte alle Bewegungen, gleichzeitig schlug das Herz schneller, als ob ich laufen müsste, fliehen.

Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, einen Presslufthammer zu dirigieren. Vielleicht mächtig und potent. Schon als Kind wollte man ja Bauklötzchentürme auch immer wieder umhauen. Ich aber mag keine Bohrmaschinen, auch keine Mixer, Staubsauger oder das Geräusch elektrischer Kaffeemühlen. Bei diesem bestimmten aggressiven Ton, der Zerstörung heißt, will ich immer abhauen. Wie ist das erst für Menschen, die mit Krach Krieg assoziieren?

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