11

17

Aktuelle
Ausgabe:
Zum Shop
KW 31/2014: Kobo

Eine meiner Freundinnen, Z., ist Besitzerin eines kleinen Lesegeräts namens Kobo. Für sie ist dieses Ding optimal, denn Z. hat eine enorm hohe Lesegeschwindigkeit, und das stellte sie früher bei Wander- oder Radurlauben vor Kapazitätsprobleme, weil Bücherstapel halt viel wiegen. Oft mussten wir – die guten Freundinnen – auf Wandertouren unsere Taschenbücher durchschneiden, um Z. noch mit Teilen unseres Lesestoffs versorgen zu können.

Der Kobo nun löst alle Probleme. Er ist klein, leicht, verbraucht kaum Energie und fasst so viele Bücher, dass Z. gemütlich auf Weltreise gehen könnte. Sie trägt den Kobo immer in einem schön bestickten Beutelchen bei sich. Besonders hübsch findet sie seine rosafarbene Rückseite, und stolz demonstrierte sie mir die dimmbare Hintergrundleuchtfunktion des Bildschirms, die es erlaubt, auf Hütten nachts zu lesen ohne jemanden zu stören. Das Ding macht sie glücklich. Für das aber, was mit dem letzten Kobo geschah, schämt sich Z. ein wenig.

An einem Tag nämlich, ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, funktionierte das Gerät nicht mehr. Egal wo und wie Z. an ihm herumdrückte und tippte, die E-Book-Seiten ließen sich nicht mehr umblättern. Z. probierte eine Zeit lang herum, geriet schließlich, als nichts helfen wollte, in Wut und schlug den Kobo auf die Tischkante. Erst schlug sie einmal, dann noch einmal, und dann, wie im Rausch, im Furor über das Scheißding, hämmerte sie es so lange immer wieder auf den Tisch nieder, bis endlich das Display zersprang. Dann warf sie den Kobo in den in den Mistkübel, fuhr zum nächsten Saturn und kaufte sich einen neuen.

Chapeau! Ich finde, das war ein grandioser Akt der Befreiung. Elektronische Dinge können einen ja wirklich zur Weißglut treiben. Da muss man hin und wieder mal klar stellen, wer Herr im Haus ist.

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.