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KW 40/2014: Rauchflasche

Eine Freundin beschwerte sich, ich solle endlich mal wieder über ein lustiges Ding schreiben, mein Blog sei so melancholisch. Also habe ich die ganze Woche darauf gewartet, dass mir ein witziger Gegenstand über den Weg läuft, aber die Ausbeute war mager. Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob es an mir liegt oder an den Dingen, dass sie gerade nicht auf interessante Weise zum Lachen reizen.

Aber es gibt ja Reserven. Schon vor längerer Zeit fotografierte ich diese Weinflasche, die beim Restaurant „Flein“ in der Wiener Boltzmanngasse hoch oben auf einer Art Hutablage steht. Gut sichtbar klebt auf ihrem hellen, gefüllten Bauch das grüne Piktogramm „Rauchen erlaubt“. Da muss man lachen, denn dass der Alkohol einem sagt „rauch du ruhig“, ist witzig ganz im klassischen Sinn der Definition. Der Witz schlägt ja immer mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe.

Irgendwie erinnert mich die Flasche aber auch an jenes berühmte Gemälde von René Magritte, auf dem eine Tabakspfeife abgebildet ist, unter der steht: „Ceci n’est pas une pipe“. Was eben heißen soll, dass eine gemalte Pfeife keine Pfeife ist. Die Rauchflasche ist eigentlich der ins Positive gewendete Magritte, ein Hasch-Mich-Spiel zwischen Gegenstand und Zeichen. Je nach dem, wie man sie anschaut, scheint nämlich die Flasche behaupten zu wollen: „Ich bin eine Zigarette.“

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