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KW 50/2014: Buch

Das Dingblogjahr kann nicht zu Ende gehen, ohne dass ich das Buch erwähne. Diese Aufgabe macht nervös, denn natürlich lässt sich überhaupt nichts hinreichend Kluges zum Buch sagen, das ja kein Ding ist, sondern ein Überding, das absolute Vehikel der Befreiung, der Zauberteppich, der über alles erhebt, die Mauer, die gegen Unbill schützt, der Tunnel, der hinaus führt ins Offene, Weite, Luftige, Denkbare.

Mich haben Bücher gerettet. Als ich zwölf war, sagte mein Großvater einmal zu mir: „Was du gelernt hast, kann dir niemand nehmen.“ Erst da fing ich wirklich mit dem Lesen an. Das Buch ist leicht zu beschaffen, preisgünstig und transportabel. Ich habe – eine alte Marotte – immer eines bei mir, es ist wie eine kleine Rüstung, eine Kammer, in die ich mich zurückziehen kann, wenn’s draußen ungemütlich oder langweilig wird. Komischerweise bin ich keine exorbitante Vielleserin geworden, bin keine von denen, die Texte verschlingen. Ich lutsche sie lieber, mag hartes Futter für den unruhigen Geist.

Bücher können sprechen, aber dummerweise sagen sie das Richtige nur zu ganz bestimmten Zeiten. Manche kommen zu früh, manche zu spät, manche hat man verpasst, weil man unmerklich schon über sie hinausgewachsen ist. Daher lässt sich nicht auf die schiere Masse der Bücher zählen, vielleicht geht der gute Lesestoff doch irgendwann aus? Auf das passende Buch zur rechten Zeit zu treffen, ist das reine Glück. Gerade habe ich eines, das mich freut, und werde jetzt noch ein bisschen lesen.

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