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Magdalena in Lesotho ... Beziehungen

Nach nun einem Monat in Lesotho habe ich noch nie ein händchenhaltendes Pärchen, geschweige denn eine Frau und einen Mann küssend gesehen. Nach vorsichtigem Nachfragen wurde uns erklärt, dass jeglicher Körperkontakt zwischen den beiden Geschlechtern in der Öffentlichkeit nicht üblich ist und auch nicht gerne gesehen wird. Wieso das so ist, konnte uns niemand genau sagen. Selbst zuhause vor den Kindern wird zwischen den Eltern Abstand gehalten. Nun wurde uns auch klar, weshalb dafür der Körperkontakt zwischen Gleichgeschlechtlichen in der Öffentlichkeit sehr verbreitet ist. Zwei Männer begrüßen sich mit Handschlag, halten durchgehend während ihres Gesprächs Händchen und gehen dann auch händchenhaltend weiter. Junge Frauen umarmen einander ständig und geben sich Bussis auf den Mund. Auch wir wurden von Anfang an von Mädchen, die wir nicht kannten, berührt und umarmt. Homosexualität auf der anderen Seite ist aber verboten…

Allgemein ist Sexualität ein Tabu-Thema in den Familien und wird nicht angesprochen. Die jungen Leute reden dann untereinander darüber und in der Schule wird es auch erwähnt.

Das Familienbild ist ein ambivalentes.  Auf der einen Seite sind Familie und vor allem Kinder sehr wichtig und in der Kultur hoch angesehen, auf der anderen Seite führen Männer und Frauen innerhalb der Familie getrennte Leben. Natürlich, sie leben unter einem Dach, verbringen aber die Zeit in ihrer eigenen Community. Männer mit Freunden und Frauen mit Freundinnen und Kindern.

Üppige Frauen mit ausladenden Hüften sind übrigens ein Zeichen für einen guten, fürsorglichen Ehemann.

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