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Magdalena in Lesotho: Die ersten Tage

So viele Eindrücke, so viel erlebt und so viele neue Leute kennengelernt. Ich weiß gar nicht, womit ich beginnen soll. Am Sonntag wurden wir während der Messe offiziell den ungefähr 200 BesucherInnen  vorgestellt und herzlich begrüßt. Der Gottesdienst dauerte 2 Stunden und wurde auf Sesotho gehalten, weshalb wir nicht viel verstanden. Der Chor allerdings brachte ziemlich viel Schwung in den ganzen Ablauf und so verging die Zeit sehr schnell.

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Magdalena beim Fußballspielen.

Jeden Sonntag teilen sich die Leute nach der Messe in verschiedene Gruppen auf um zu plaudern, zu singen, zu tanzen und/oder zu beten. Wir durften bei einer Mädchengruppe dabei sein und mittanzen. Allgemein sind die Leute sehr offen, gastfreundlich und grüßen uns immer. Es fällt mir sehr schwer, mir alle Namen zu merken, da ich in der kurzen Zeit so viele Leute kennengelernt habe und die Namen für mich sehr ungewohnt sind. Z.B.: Palesa, Boitumelo, Thlakiso, Matheka… Da bin ich dann immer ziemlich froh, wenn sich hin und wieder jemand mit „Mary“ oder „Samuel“ vorstellt. Ich werde Lina genannt (Lena englisch ausgesprochen), wobei die meisten einfach „Hello sister!“ rufen, da für Bewohner automatisch jede mit weißer Hautfarbe zu den Don Bosco Schwestern gehört.

Es ist sehr interessant, mal in der Rolle der Ausländerin zu stecken und als weißes Mädchen überall aufzufallen. Die Leute schauen, doch lächeln sie sofort und grüßen freundlich. Ein interessantes Erlebnis hatte ich mit einem kleinen Mädchen, das zu mir gelaufen kam, ganz vorsichtig meine Hand nahm und neugierig mit ihrer Hand über meine weiße Haut strich. In der Pre-school (= Kindergarten) stellte mich die Lehrerin den Kindern vor und erklärte ihnen, dass ich genau so sei wie sie, zu ihnen dazugehöre und nur ein bisschen eine andere Hautfarbe habe.

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Magdalena und ihre Schützlinge.

Die kleinen Kinder kommen immer sofort zu uns gelaufen, umarmen uns, wollen hochgehoben werden und schreien so laut sie können „Sistaaa!!“ Wenn man sich dann zu ihnen runterbeugt, lassen sie einen gar nicht mehr los. Bei den Jugendlichen scheint es eher eine Mutprobe zu sein, uns mit dem typischen Basotho-Gruß (Hand geben, Hand drücken, drehen, zurückdrehen und wieder drücken) zu grüßen.

Als ich eines Abends für meinen sportlichen Ausgleich Runden um den Fußballplatz lief, erregte ich viel Aufmerksamkeit. Ein junger Mann meinte, dass es sehr ungewöhnlich sei, dass ein weißes Mädchen laufen gehe. Als ich ihm erzählte, in Österreich Fußball gespielt zu haben, lud er mich ein, am Abend beim Fußballtraining der Herren mitzumachen. Die Leute schauten ziemlich und ich wurde sogar am nächsten Tag beim Einkaufen von einem Mann angesprochen, der meinte: „ Hey, you are the sister who was playing football yesterday.“ Cool fand ich, dass während dem Training immer gesungen und getanzt wurde und ich jederzeit wieder mitmachen darf.

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