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Magdalena in Lesotho ... Winter in Afrika

Schwer zu glauben, aber ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so sehr gefroren, wie die letzte Zeit in Lesotho. Die Jahreszeiten hier sind genau konträr zu denen in Europa, von Anfang Juni bis Ende August herrscht offiziell Winter.

„Das kann doch nicht so schlimm sein, in Afrika ist es doch eh immer warm…“- Falsch gedacht! Auch wenn man sich tagsüber – falls die Sonne scheint – im T-Shirt wohlfühlt, darf man sich nicht täuschen lassen. Sobald es nämlich dunkel wird, kühlt es extrem ab und während der Nacht sind minus zehn Grad Celsius ganz normal. Zusätzlich können die schlecht gedämmten, kleinen Ziegelhäuser die Kälte nicht abschirmen. Im Gegenteil: Tagsüber ist es im Freien in der Sonne wärmer als in den Häusern. Auch haben die Leute keinen Ofen (Brennholz ist sehr rar) oder Heizkörper (Strom ist sehr teuer). Sie schlafen deshalb oft zu fünft in einem kleinen Raum und wärmen sich so gegenseitig. Als ich auf die Frage einer Schülerin, mit wie vielen Decken ich schlafen würde, mit „drei“ antwortete, schaute sie mich ganz entsetzt an und meinte, ich bräuchte mindestens vier oder fünf. Typische Basotho-Decken aus Schafwolle, mit Mustern verziert, sind übrigens irrsinnig warm und werden um die Schultern über der Kleidung getragen.

Trotz der Kälte stehen die Leute zwischen 5 und 6 Uhr morgens auf. Da der Frost die Wasserleitungen gesprengt hatte, mussten meine Kollegin und ich eine Woche ohne Wasser aus der Leitung auskommen. So wurde das Wasser in Kübeln angeschleppt und ein Plumpsklo im Garten gebaut.

Die Schulen sind von Mitte Juni bis Ende Juli geschlossen, in den Klassenzimmern wäre es zu kalt zum Unterrichten.

Übrigens: In den Bergen von Lesotho gibt es sogar ein kleines Skigebiet.

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