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Magdalena in Lesotho ... Wohin mit dem Müll?

Auch weit entfernt von Europa sind die westlichen Einflüsse zu spüren. Es gibt Produkte mit scheinbar unendlicher Haltbarkeit zu kaufen und Unmengen an Plastik, Glas, und Metall fallen in der Produktion an. Jedoch gibt es keine Spur von einem auch nur annähernd westlichen Müllentsorgungssystem. Jeder bekommt dies im eigenen Garten zu spüren. Dort werden Karton- und Plastikabfälle verbrannt, Blechdosen nach einer halben Ewigkeit zu Kompost und Glasflaschen stapeln sich unendlich.

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Müll im Garten zu verbrennen ist in Lesotho leider ganz normal – auch für uns westliche BesucherInnen.

Für uns, die es gewohnt sind unseren Müll zu trennen, in die Mülltonne mit der richtigen Deckelfarbe zu werfen und danach nichts mehr damit zu tun zu haben, war es anfangs sehr ungewöhnlich. Und auch jetzt ärgere ich mich jedesmal, wenn ich Plastik verbrennen muss und die Umgebung nach Abgasen zum Stinken anfängt. Eine bessere Methode unseren Müll zu entsorgen, haben wir leider noch nicht gefunden.

Es gibt weder Verbrennungs- noch Wiederverwertungsanlagen und auch keine Müllabfuhr oder Reinigungsdienst für die Straßen. Dementsprechend sammelt sich auf allen Wegen und Gassen viel Abfall an. Manchmal beobachten wir Kinder, wie sie in kleinen Müllhaufen nach etwas Interessantem zum Spielen suchen. Da werden leere Plastikflaschen zu Fußbällen umfunktioniert und erstaunlich stabile Seifenkisten gebastelt. Kreativ muss man sein!

Sehr westlich wiederum ist die Auslagerung der Produktion von Lebensmitteln und die Arbeitsplatzverteilung. Einheimische arbeiten in Minen oder bauen auf den Straßen kleine Stände mit Kohle auf, um gegrillte Maiskolben zu verkaufen. Während sich Basotho-Frauen in Textilfabriken abmühen, werden Kleidungs-, Möbel- und Lebensmittelgeschäfte von asiatischen Familien geführt.

Ein Blick in die Geschäfte Basothos genügt, um zu wissen, dass die Leute froh über einen Arbeitsplatz sind. Auch vor den Fabriken sitzen Einheimische tagelang und warten auf eine freie Stelle. Sie erhalten allerdings einen geringen Lohn und der Profit bleibt nicht im eigenen Land, sondern fließt, ganz im westlichen Sinne, Großkonzernen zu. Viele Einheimische haben deshalb einen großen Hass auf die asiatischen Supermärkte und boykottieren es, dort einkaufen zu gehen.

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