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Mmh! So süß!
Wer verleiht Früchten ewiges Leben? Die Marmeladenköchin. Da wird gerührt, passiert, gewogen und geliert, und hübsche Etiketten verkünden: „hausgemacht“. Zwei Geschichten großer Leidenschaft.

Erfolgserlebnis Einkochen

Wer ist nicht befremdet über Obst, das „verkommt“, weil niemand es erntet und verwertet? Evelina Lundqvist hatte die Idee: „Zero Waste Jam“.

Sie sind eine junge, flotte Gruppe und ihre Idee ist eine neue Welt. Eine, in der nichts weggeworfen, sondern alles verwertet, wiederverwendet und repariert wird. „Zero Waste“, kein Abfall, das ist ihr Ziel. Davon können natürlich auch Früchte nicht ausgenommen werden. Also kreierten Evelina Lundqvist, aus Schweden nach Österreich gekommen, und ihre FreundInnen die „Zero Waste Jam“.

Evelina Lundqvist of ZeroWasteJam

Evelina Lundqvist kocht aus überschüssigen Gartenfrüchten „Zero Waste Jam“.

Sie sammeln die überschüssigen Früchte in den Gärten von Familie, Bekannten und Fans, kochen sie ein, füllen sie in Gläser, die ihnen ebenfalls geschenkt werden, und verkaufen sie auf Märkten an Menschen, die gute Ideen und Gutes am Gaumen schätzen. Nicht so sehr die Raffinesse der Marmelade steht im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Ziel. Deswegen bindet „Zero Waste Jam“ zum Beispiel auch Jugendliche ein, die auf Arbeitssuche sind. Viele von ihnen rühren zum ersten Mal überhaupt in einem Marmeladentopf.

Ein Erfolgserlebnis, auch kulinarisch. Evelina und ihre MitstreiterInnen stehen noch ganz am Anfang. Sie träumen von einer großen Bewegung. Mit Marketinggeschick promoten sie ihre Idee, mit witzigen Etiketten, einem Webshop und sogar einem Franchisesystem. MitstreiterInnen, SpenderInnen von Früchten, VerarbeiterInnen und VerkäuferInnen sind herzlich willkommen.

www.zerowastejam.com

 

Weichsel-Vanille-Gelee*

1 kg Weichseln,
250 ml Wasser,
Saft von 1/2 Zitrone,
1 Biovanilleschote,
1 kg Biogelierzucker 2 : 1

Weichseln waschen, vom Stiel befreien und in einem Kochtopf mit Wasser aufkochen. Wenn die Weichseln weich sind, vom Herd nehmen und in einem Passiertuch abtropfen lassen, am besten über Nacht. Saft in einem großen Behälter auffangen. Den restlichen Saft vorsichtig aus dem Passiertuch drücken.
Saft mit dem Zitronensaft und dem Gelierzucker vermischen, Vanilleschote der Länge nach aufschneiden, in den Saft geben und vier Minuten sprudelnd mitkochen. Gelierprobe machen. Vanilleschote herausnehmen und Gelee in Gläser füllen.

 

Erdbeer-Lavendel-Gelee*

1 kg Erdbeeren,
1 Handvoll Lavendelblüten,
Saft von 1/2 Zitrone,
200 g Zucker

Erdbeeren putzen und in Stücke schneiden. In einem großen Topf Erdbeeren und Lavendelblüten mischen, mit Zucker und Zitronensaft vermengen. Über Nacht an einem kühlen Ort zugedeckt marinieren. Masse in ein Passiertuch füllen und mehrere Stunden abtropfen lassen, den Saft in einem großen Behälter auffangen. Den restlichen Saft vorsichtig ausdrücken. In einer breiten Pfanne mit viel Hitze kleinere Mengen Saft schnell auf etwa ein Drittel reduzieren, in Gläser füllen.
*Rezept von Marta Cociancig

 

Süße Paradiese

Helga Erhart hat bisher rund 200 verschiedene Marmeladen erfunden. Die kocht sie daheim ein und verschickt sie bis nach Amerika.

Früher war Helga Erhart im Frühstücksservice eines Fünfsternehotels in ihrem Wohnort Bad Waltersdorf tätig. Als dort eines Tages der Marmeladenlieferant ausfiel, brachte sie die süßen Schätze aus eigener Produktion ins Hotel mit. Der Koch war begeistert und animierte sie zu Mischungen. Die Gäste leerten die Töpfe ratzfatz. Für Helga Erhart begann ein neues Leben.

Marmeladeparadies

Helga Erhart erfindet ständig neue Marmeladenkreationen. Foto: www.bigshot.at/Christian Jungwirth

Inzwischen konzentriert sich die 55-Jährige ganz aufs Einkochen. Mit Früchten aus dem eigenen Garten, den Gärten der Eltern, des Bruders sowie einiger Bäuerinnen und Bauern der Umgebung erfindet sie immer neue Kombinationen. Schon von Himbeere mit Kren gehört? Oder von „beschwipsten Krumbirn“?

Gute Marmelade, sagt Helga Erhart, sei im Grunde einfach herzustellen: sehr gute, reife Früchte, saubere Arbeit, kleine Mengen, ein guter Geschmackssinn. Sie verwendet für ihre Marmeladen nur Zucker und Quittin. Alle Früchte werden durch ein Haarsieb gestrichen, was einige Arbeit macht, aber die feinen Geschmackspapillen überzeugt. In der Hochsaison helfen auch Ehemann und Sohn sowie die Eltern mit beim Ernten, Schälen, Schneiden und Etikettieren.

Helga Erhart will trotz des Erfolges bei vielen StammkundInnen und als Lieferantin für Gastronomie und Feinkost „klein, aber fein“ bleiben. Denn man solle doch die Liebe zu Pfirsichen, Marillen und anderen süßen Früchten, die sie in jedes Töpfchen legt, auch weiterhin spüren.

www.marmelade-paradies.at

 

Apfel mit Mohn

900 g Äpfel (gekocht),
100 g geriebener Mohn,
1 kleine Zitrone,
500 g Zucker, 1 Pkg. Quittin 2:1

Äpfel mixen, mit Mohn, Saft der Zitrone und Gelierhilfe unter Rühren einmal aufkochen lassen. Zucker dazugeben, weiterrühren, 3 Minuten sprudelnd kochen. In Gläser füllen, kühl aufbewahren.

 

Erdbeer mit Hollerblüten

970 g Erdbeeren,
30 g Hollerblüten,
1 kleine Zitrone,
500 g Zucker, 1 Pkg. Quittin 2:1

Erdbeeren pürieren, Hollerblüten, Saft der Zitrone und Gelierhilfe unter Rühren aufkochen lassen. Zucker dazugeben, 3 Minuten sprudelnd kochen. In Gläser füllen, kühl aufbewahren.

 

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Mehr süße Geschichten und Rezepte finden Sie in der „Welt der Frau“ Ausgabe 7_8/14!

 

Erschienen in „Welt der Frau“ Ausgabe 7_8/14 – von Christine Haiden