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Nächstes Mal wird alles anders

Der ein oder andere Schwangerschaftsstreifen, so manche geplatzte Hosennaht und viele Dinge, die jetzt schon auf unbestimmte Zeit liegengeblieben sind, obwohl ich – bis unser Junge kommt – vermutlich noch ein paar Wochen Zeit habe. Alles Indizien dafür, dass mein Lebensabschnitt als Schwangere bald vorbei sein wird. Die Zeit rast an mir vorbei – wo sind die letzten 8 Monate geblieben? Gegen Ende der Woche beginnt bereits der 9. Monat – Anlass genug um die letzten Wochen im Geiste Revue passieren zu lassen und ein Resümee zu ziehen.

Eine Schwangerschaft ist für mich wie ein ganzes Leben im Zeitraffer. Erst habe ich mich unbeholfen und unerfahren gefühlt, alles war so neu und unbegreiflich, dann bin ich aufgeblüht habe geglaubt, die Zeit bis zum Ende der Schwangerschaft ist unendlich. Jeden Tag habe ich etwas Neues, Verändertes an mir entdeckt und die Magie dieses großen Wandels hat jeden Tag in goldenes Licht getaucht. Gegen Ende der Schwangerschaft sind die körperlichen Einschränkungen größer und jede Stunde vergeht wie im Flug. Ich bin beseelt von einem drängenden künstlerischen Schaffen und getrieben von einer inneren Unruhe, da ich spüre, dass sich mein Leben bald von Grund auf ändern wird. Blicke ich in den Spiegel, sehe ich jetzt schon eine andere.

Ich ertappe mich beim Gedanken, dass ich nächstes Mal einiges anders machen will. Ich will mir weniger Sorgen machen, will vor allem die ersten Monate unbeschwerter genießen und mich von Anfang an von Bemerkungen wie: „Das werden bestimmt Zwillinge!“ oder „So einen Bauch wie du jetzt im 5. Monat hast, hatte meine Freundin eine Woche vor der Geburt!“ nicht mehr verunsichern lassen, sondern werde ihnen mit Gelassenheit und Humor begegnen.

Ich weiß jetzt, dass mein wunderbarer und erstaunlicher Leib alles richtig gemacht hat und so ein großer Bauch von Anfang an auch etwas sehr Schönes ist. Die restlichen Tage meiner Schwangerschaft werde ich damit verbringen, meine offenen künstlerischen Projekte zum Abschluss zu bringen, die letzten Vorkehrungen für unseren Sohn zu treffen und vor allem viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen, um bewusst und getragen von meinen Lieblingsmenschen in die letzte Phase dieses Lebensabschnittes hinüberzugleiten.

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