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Nähfieber

Nichts reizt mich so, wie etwas nicht zu können. Ich werde von einer unbändigen Neugierde gepackt und von einem Schaffensdrang, der alles andere in den Hintergrund rückt. Nähen? Backen? Pflanzen aufziehen? Fotogramme herstellen? Wände streichen? Ich will auch und ich will es jetzt und sofort selber machen und selber können!

Der wachsende Knirps in meinem Bauch hat mich motiviert, meine angestaubten Nähmaschinen auszupacken und ordentlich in die Pedale zu treten. Strampler, Pumphose, Wende-Schühchen, Wickelauflage, die Liste der Projekte ist unendlich, denn so ein Kind braucht schließlich individuelle, praktische und vor allem bequeme Kleidung. Mein nächstes Projekt: ein doppelflauschiger Body aus Baumwolljersey mit dazu passendem Häubchen. Nähen ist für mich wie Gehirnjogging , Geduldstraining und ein Dialog mit einem Teil des kulturellen Erbes meiner Vorfahren.

Beim Nähen habe ich das Gefühl dem kleinen noch nicht spürbaren Wesen in mir so nahe zu sein wie sonst bei keiner Tätigkeit. Alle Sorgen und Wehwehchen sind vergessen und die Zeit verfliegt so schnell. Eine Freundin hat mir berichtet, dass ihr Baby immer tief entspannt ein Schläfchen macht im Tragetuch auf ihrem Rücken während sie an der Nähmaschine sitzt. Sie meinte, dass sich ihr Kind bestimmt an das regelmäßige Ruckeln und Brummen von der Zeit aus dem Mutterleib erinnert und es deshalb so toll findet. Vielleicht lieben es deshalb so viele Babys wenn man neben ihnen föhnt wohlmöglich nur des vertrauten Geräusches wegen. Also unser Kind wird vermutlich die Geräusche des Föhns, der Nähmaschine und die Stimme meiner Mama am Telefon mögen wenn es erst bei uns eingezogen ist – alleine aus Gewohnheit. Ich kann es kaum erwarten das zu überprüfen!

 

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