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Dubai: Klimaanlage bevorzugt
Katja Steininger (33) hat sich an Klimaanlagen gewöhnt und vermisst die Winter in Österreich nicht.

Wenn Katja Steiniger in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) die Fenster ihres Appartements schließt, dann ist es nicht wegen des starken Regens. Sondern, weil es draußen entweder unerträglich heiß ist oder es fegt ein Sandsturm übers Land. Sie lebt mit ihrem Ehemann George, einem gebürtigen Jordanier, der dort arbeitet, seit 2007 in Dubai. Nicht mitten in der 1,8-Millionen-Einwohner-Metropole, sondern 30 Kilometer außerhalb in einer Community – einem künstlich angelegten Ort. „In unserer Gemeinschaft leben 1500 Familien. Es gibt hier sichere Wohnstraßen, Supermärkte, Schulen und Freizeitangebote. Ich habe hier alles zum Leben.“ Nur wenn sie Besuch aus Österreich bekommt, wird sie selbst zur Touristin und unternimmt Ausflüge.

Derzeit hat sie Dubai aber den Rücken gekehrt. Ihr erstes Kind wird sie in Österreich zur Welt bringen. „Die Monate Juni bis September sind in Dubai extrem heiß. Ich könnte mit dem Baby nur im klimatisierten Haus bleiben oder in ein Shopping-Center fahren. Ein Spaziergang im Freien ist zu dieser Jahreszeit unmöglich.“ Immerhin liegen die Temperaturen bei 40 bis 50 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Da genießt die 33-Jährige lieber die frische Luft in ihrem Heimatort im Mühlviertel. Dafür schätzt sie wiederum die Winter im Wüstenstaat. „Die kalte Jahreszeit in Österreich fehlt mir nicht. In den Emiraten hat es durchschnittlich angenehme 20 bis 30 Grad.“ Zum Skifahren kommt Katja Steininger trotzdem. Und zwar in der künstlichen Skihalle, die etwa 15 Auto-Minuten von ihrem Appartement entfernt errichtet wurde. Dort war sie öfters mit Schulkassen anzutreffen. Sie hat an einer Internationalen Schule Deutsch als Fremdsprache unterrichtet.

Bis vor einem Jahr. Dann standen Baby-Pläne auf dem Programm. Und diese Pläne sind für eine Frau in den Emiraten gar nicht so leicht mit der Berufstätigkeit zu vereinbaren. „In Dubai hat eine Frau Anspruch auf 45 bezahlte Tage Karenz. Dann muss sie wieder voll ins Berufsleben einsteigen. Öffentliche Kinderbetreuung gibt es nur begrenzt. Die Alternative sind philippinische Nannys, die sich dann um die Babys kümmern.“  Das wollte Katja Steininger nicht. Sie genießt die Baby-Zeit in Österreich. Doch eines macht sie ungern, wenn sie in Österreich ist: „Ich lese kaum Tageszeitungen, da hierzulande sehr viel gejammert wird. Würden die Österreicher einen Blick „von außen“ auf ihren Wohlstandsstaat werden, würden sie sehen, wie gut es ihnen geht. Vor allem was die medizinische Versorgung betrifft.“

 

Katjas Dubai

  • Menschen aus aller Welt leben und arbeiten hier zusammen. An ihrer Schule unterrichten Lehrer aus 25 verschiedenen Nationen Kinder aus 40 Nationen.
  • Ein Leben ohne Klimaanlage ist undenkbar!
  • Selbst ein Auto über die sechsspurigen Autobahnen zu lenken, hat sie sich erst nach einem Jahr zugetraut.
  • Im Supermarkt bekommt man Lebensmittel aus aller Welt – auch Käsekrainer und deutsche Brötchen.

 


Erschienen in „Welt der Frau“ 6/2012 – von Andrea Mann