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Kalifornien: Immer Sonne
„Welt der Frau“-Leserin Susanne Lewis ließ sich in Kalifornien von einem britischen Magier „verzaubern“ und hat nun dort ihren Lebensmittelpunkt.

Während hierzulande die Tage immer kürzer und grauer werden, lacht in Kalifornien fast immer die Sonne. „Ich liebe den beinahe ewigen Sonnenschein und vermisse den Frost überhaupt nicht“, erzählt Susanne Lewis (50). Seit 14 Jahren lebt sie mit ihrem Mann Martin Lewis, einem bekannten Magier, in Kalifornien.

Die Geschichte mutet wie ein Hollywoodmärchen an. Susanne besuchte eine Freundin in
L. A., und im „Magic Castle“, dem wohl berühmtesten Zauberklub der Welt, lernte sie ihren späteren Mann kennen. „Ich war fasziniert von seinem britischen Humor und seinem Talent, das er auf der Bühne bewies.“

Die Entscheidung, ihren Wohnsitz von Wien in die USA zu verlegen, fiel der abenteuerlustigen Journalistin nicht schwer. „Auch als Geschäftsfrau lockte mich Martins unangetastetes Potenzial.“ Heute tourt er als gefragter Zauberkünstler quer durch die Welt, Susanne Lewis kümmert sich indes als Geschäftsführerin um das Unternehmen ( HYPERLINK „http://www.magikraft.com“ www.magikraft.com). Mit Berühmtheiten wie David Copperfield oder Siegfried und Roy ist das Zauberpaar gut bekannt, und es lebt gemeinsam mit Susannes Mutter und Schwiegermutter (90 und 96), die es betreut, in einem großen Haus ohne Stufen im Süden Kaliforniens.
Weil dies kein Hollywoodmärchen ist, sondern eine wahre Geschichte, gibt es aber auch noch andere, weniger schillernde Kapitel: „Früher hat mich Downtown-Los Angeles sehr beeindruckt, heute sehe ich, wie dort 250.000 Obdachlose jeden Tag um ihr Leben kämpfen, und die Zahl steigt“, schildert Susanne Lewis. „Auch war ich von den Celebritys fasziniert, nachdem ich aber mehrere persönlich kennengelernt und Phobien und Eitelkeiten mitbekommen habe, bevorzuge ich meine langjährigen ’normalen‘ Freunde.“

Der Schönheitswahn grassiert nicht nur unter den Stars – auch Schönheitsoperationen an 15-Jährigen sind keine Seltenheit. „Das System des Kapitalismus ist in den USA sehr ausgeprägt, und die sozialen Errungenschaften, die in Österreich existieren, gibt es hier nicht“, vergleicht die Wahlamerikanerin. „Der Mindestlohn wäre für jeden Europäer eine Beleidigung, bezahlten Urlaub und bezahlte Krankenversicherung gibt es nur für Regierungsangestellte oder bei wenigen sozial denkenden Firmen wie zum Beispiel Disney.“ Die meisten würden arbeiten, bis sie umfallen. „Anstatt weniger zu konsumieren und sich Zeit für seine Kinder, Hobbys und Weiterbildung zu nehmen, wird gearbeitet und ausgegeben, möglichst auf Kredit.“ Susanne Lewis, die auch noch für einen Alternativmediziner arbeitet, hat sich vor langer Zeit von den Kreditkarten getrennt. Ihr Credo: „Ich lasse mich von niemandem stressen.“ Wenn möglich, fährt sie jedes Jahr für ein paar Wochen nach Österreich. Dann besucht sie nicht nur FreundInnen, sondern lässt sich auch gebackenen Emmentaler mit Preiselbeeren und Sauce tartare schmecken.

 

Susanne in Kalifornien

  • Kalifornien hat eine extrem gute Infrastruktur, man bekommt alles – und das bis 22.00 Uhr am Abend.
  • Parkplätze gibt es en masse und keine Kurzparkzonen.
  • Die AmerikanerInnen sind sehr freundlich, manchmal wirkt die Freundlichkeit aber gestellt.
  • Die Gesetze bezüglich Lebensmittelzusätzen sind in Europa viel strenger – hier kann man nur als biologisch gekennzeichnete Lebensmittel mit ruhigem Gewissen genießen.

 


Erschienen in „Welt der Frau“ 11/2012 – von Julia Langeneder