11

17

Aktuelle
Ausgabe:
Zum Shop
Rat-SCHLÄGE

Haben Sie schon einmal versucht die vielen guten Tipps und Ratschläge für Ihre Gesundheit in die Tat umzusetzen?

Ich schon – und scheitere dabei immer wieder.

Das fängt schon in der Früh mit dem ersten Augenaufschlag an. Nicht dass Sie meinen, sie könnten gemütlich die Augen aufschlagen, sich räkeln wie eine Katze und langsam ein Bein nach dem anderen aus dem Bett heben, nein, nein!

Schon im Bett kann man/frau etwas für die Gesundheit tun!

In der Rückenlage die gestreckten Beine schnell nach vor schieben, links, rechts, links, rechts – danach die Beine zur Dehnung abwechselnd zur Brust ziehen, jetzt die aufgestellten Beine auf eine Seite fallen lassen, den Kopf zur anderen Seite drehen, und und und …ein kurzes Basisprogramm muss sich schon ausgehen. Ach ja, und Beckenbodengymnastik nicht vergessen!

So, jetzt ab ins Bad, auf alle Fälle beim Zähneputzen mehrmals gurgeln, wer gurgelt, bekommt weniger Infekte! Und wenn Sie sich nun auf ein herrliches Frühstück freuen, mit duftendem Kaffee, einem Croissant, vielleicht ein wenig Lachs, einem Ei, dann vergessen Sie das am besten gleich wieder.

Ein Glas warmes Wasser ist der Beginn, danach muss ein warmes Frühstück her, vielleicht ein Hirsebrei, ein Haferflockenbrei mit gedünsteten Äpfeln oder Ähnliches. Oder Sie essen bis Mittag nur Obst, eventuell ist dazu grüner oder schwarzer Tee erlaubt. Nicht vergessen, die erste Portion Nahrungsmittelergänzung gleich am Morgen einzunehmen, wir brauchen zusätzliche Spurenelemente, Vitamine und Nährstoffe, die uns die Nahrung nicht im ausreichenden Maße liefern kann. Wer jetzt gleich zur Arbeit muss und keine Zeit für die nötige tägliche Bewegung im Freien hat, der kann im Laufe des Tages den Bürostuhl für Gymnastik-, Meditations- und andere Trainingsübungen hernehmen. Auch für das Power-Napping in der Mittagspause ist er bestens geeignet, danach ist man/frau nämlich wieder viel leistungsfähiger. Und in der Pause den täglichen Apfel nicht vergessen – „an apple a day keeps the doctor away“. Bei Ärger im Beruf bitte nicht aufregen, sofort durchatmen oder bis zehn zählen, ansonsten steigt der Blutdruck. Und dagegen müssen dann erst recht wieder Maßnahmen ergriffen werden, wie Gewicht reduzieren, joggen, walken, Rad fahren, das Fitnessstudio aufsuchen, oder was sonst den Körper in Schwung bringt.

Ich, die ich ja schon im Ruhestand bin, habe keine Ausrede und muss den Vormittag nützen, um meine 10 000 Schritte hinzubekommen, ich bin eine fleißige Walkerin geworden. Da der Mensch täglich mindestens 20 Minuten ungefilterte Sonnenbestrahlung aufnehmen sollte, halte ich mein Gesicht und meine Handflächen dabei möglichst in die Sonne (wenn sie denn scheint).

Beim Einkauf für das Mittagessen beginne ich zu grübeln. Was kann ich überhaupt noch guten Gewissens kaufen, was sind noch halbwegs natürlich hergestellte Produkte? Wo musste nicht ein armes Tier ein erbärmliches Erdendasein fristen, um mich dann letztendlich mit schlechter Fleischqualität zu ernähren? Und soll man/frau überhaupt noch Fleisch essen? Es heißt doch immer öfter, bloß kein Fleisch und schon gar kein rotes!

Aber sieht es bei pflanzlichen Lebensmitteln besser aus, welche sind nicht schon zu Tode gespritzt? Fünf Portionen Obst und Gemüse sollten es über den Tag verteilt sein. Und da stellt sich dann doch gleich die Frage, ob diese besser roh oder gedünstet verzehrt werden sollten. Und Fisch? Fisch sollte auch mehrmals die Woche gegessen werden, aber welche Fische enthalten nicht schon so viele Schwermetalle und Giftstoffe, dass nach häufigem Verzehr nicht ein Metalldetektor anschlagen würde?

Der Appetit auf Essen könnte einem glatt vergehen. Ich bin in den letzten Jahren sehr häufig auf Getreideprodukte ausgewichen, Vollwert natürlich, mit dem Endeffekt, dass ich mit einer Übersäuerung das nächste Problem am Hals habe.

Habe ich die Ernährungsfragen positiv bewältigt, widme ich mich am Nachmittag dem Stressabbau. Der Mensch muss sich darf sich nicht nur um sein leibliches Wohl, sondern genau so um seine seelische und geistige Gesundheit kümmern. Dafür gibt es wieder viele Mittel und Wege, ich bevorzuge zur Zeit die Meditation, Freundinnen von mir praktizieren Qi Gong, machen Yoga oder widmen sich verschiedenster Entspannungstechniken, die Auswahl ist groß. Für meine geistige Gesundheit besuche ich einen Italienischkurs, ich schreibe Geschichten, bin Mitglied eines Chores, habe ein Abonnement des Linzer Landestheaters und versuche am Ball zu bleiben, was technische Neuerungen betrifft. Das ist doch gar nicht so schlecht, oder?

Aber, man/frau sollte noch

  • täglich mindesten 2 – 3 Liter Wasser trinken,
  • einen Esslöffel Leinöl zu sich nehmen,
  • einen Teelöffel Kurkuma essen,
  • zwei Teelöffel schwarzen Sesam essen,
  • kalt duschen,
  • ständig im Augenblick leben,
  • eine erfüllte Beziehung führen,
  • Gehirnjogging gegen Gedächtnisschwund betreiben,
  • im Alter am besten eine neue Fremdsprache oder ein Musikinstrument lernen,
  • ausreichend schlafen (eine besondere Herausforderung, wo es doch für viele mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird)

Da bin ich nun im wohlverdienten Ruhestand und dann das!

Und ich hege den leisen Verdacht, dass ich selbst dann, wenn ich all das Aufgezählte abarbeiten würde, einen ganz wesentlichen Ratschlag für meine Gesundheit letztendlich doch noch übersehen haben könnte.

Sie können also froh sein, wenn Sie noch berufstätig sind und gar keine Zeit haben, all die wohlmeinenden Rat-Schläge zu befolgen!

Und bevor ich auf eine Erschöpfungsdepression zusteuere, werde ich in Zukunft in meine Entspannungsübungen vermehrt Gelassenheitsübungen einbauen und darauf vertrauen, dass es auch ohne die vielen guten Tipps ein lebenswertes Älterwerden gibt.

 

Anneliese Pflügelmayr

arbeitete als Pädagogin und Mediatorin. Zuletzt war sie an der Pädagogischen Hochschule OÖ tätig, wo sie Deutschdidaktik unterrichtete und gemeinsam mit KollegInnen einen Lehrgang für Peermediation aufbaute. Seit einem einjährigen Aufenthalt als Austauschschülerin in den USA engagiert sie sich als Freiwillige für Jugendaustausch und diverse Sozialprojekte. Kommunikation und Begegnung mit Menschen sind ihr wichtig. In ihren Beiträgen wirft sie einen augenzwinkernden Blick auf das Alltagsleben als Seniorin, in dem sich vielleicht auch so manche Leserin wiederfindet.
Ihre Devise: Mit kritischer Distanz und Humor sollte sich doch das Älterwerden etwas leichter bewerkstelligen lassen!

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.