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Magdalena in Lesotho ... Sambia (2)

Um von Lusaka nach Mazabuka, eine kleine Stadt in Sambia, zu kommen, nahmen wir einen Taxibus (10 Sitze). Die Fahrt sollte fünf Stunden dauern. Allgemein war die Stimmung im Auto wieder sehr nett, es wurde gescherzt, geplaudert, Musik gehört und gesungen. Polizeikontrollen verliefen nicht weiter aufregend. Allerdings nur bis zur dritten, als unser Fahrer anzuhalten andeutete, dann aber umdrehte und davon fuhr. So wurden wir von der Polizei verfolgt, bis unser Taxifahrer in den Busch einbog, um sich dort zu verstecken. Das taten wir dann auch, bis es dämmrig wurde und die Polizei das Nummernschild des Taxis nicht mehr erkennen konnte. Erstaunlich war, dass keiner der Insassen sich aufregte, herumschrie, oder die Polizei rief. Im Gegenteil, es wurde versucht, dem Taxifahrer aus dieser Situation herauszuhelfen. Wir erfuhren, dass der junge Herr sehr wohl einen Führerschein besitzt, aber um Personen zu transportieren eine extra Lizenz benötigen würde, welche sehr teuer ist. Hätte er angehalten, hätte er eine hohe Geldstrafe zahlen müssen. Hätte die Polizei uns im Busch nach der Flucht erwischt, hätten sie ihn mitgenommen und verprügelt…

Ein weiteres interessantes Erlebnis hatten wir in einem Waisenhaus, als wir ein 18- jähriges Mädchen kennenlernen durften, die bis zu ihrem 5. Lebensjahr von Pavianen aufgezogen wurde. Klingt wie in einem schlechten Hollywoodfilm, ist aber Realität. Anfangs, nachdem sie gefunden worden war, hatte sie große Probleme, sich and das Verhalten der Menschen anzupassen. So wollte sie zum Beispiel keine Schuhe tragen und kletterte auf Bäume, wenn sie sich fürchtete. Trifft man sie heute auf der Straße, so würde man nichts von ihrer außergewöhnlichen Vergangenheit merken. Sie kann sprechen und verhält sich eigentlich ganz „normal“. In der Schule hat sie jedoch große Probleme und musste einige Klassen wiederholen.

Wir haben auf dieser Reise einiges erlebt, interessante Menschen kennengelernt und können viel für uns mitnehmen. Besonders beeindruckt waren wir wieder einmal von der Offenheit und Freundlichkeit der Leute. Die sambische Bevölkerung ist sehr stolz darauf, dass sie seit Jahrzenten friedlich und in Einklang miteinander lebt und sich Gäste in ihrem Land sicher und wohlfühlen können. Wie können dies nur bestätigen!